Brexit: Weniger Wachstum, mehr Schulden in Großbritannien

Es ist die erste Haushalts-Rede nach dem Brexit-Votum in Großbritannien. Schatzkanzler Hammond muss zugeben: Es sieht nicht gerade rosig aus.

Der britische Finanzminister Philip Hammond hielt am Mittwoch seine Budgetrede im Parlament.
© Reuters

London – Großbritannien muss sich angesichts des Brexits auf weniger Wachstum, höhere Preise und mehr Schulden einstellen. Die Wachstumserwartung für 2017 müsse wegen der Unsicherheiten von 2,2 auf 1,4 Prozent gesenkt werden, sagte Finanzminister Philip Hammond. „Das ist sicherlich weniger als wir es uns wünschen“, meinte er am Mittwoch im Parlament in London. Es war die erste Haushaltsrede seit dem historischen Referendum zum EU-Austritt im Juni.

Die Staatsverschuldung werde massiv in die Höhe gehen, kündigte Hammond an. Nach vorliegenden Berechnungen wird sie von 84 Prozent der jährlichen Wirtschaftskraft im Etat 2015/16 auf fast 90 Prozent im Zeitraum 2018/19 ansteigen.

Der Finanzminister muss daher nach eigenen Worten auch das Ziel seines Amtsvorgängers aufgeben: Dieser hatte vor dem Brexit-Referendum im Juni ins Auge gefasst, zum Ende des Jahrzehnts einen Haushaltsüberschuss zu präsentieren.

Unternehmenssteuer soll bis 2020 deutlich sinken

Die Regierung stehe vor der Aufgabe, die Belastbarkeit der britischen Wirtschaft zu stärken, meinte Hammond mit Blick auf den EU-Austritt. Es komme darauf an, die Wirtschaft auf „ein neues Kapitel“ vorzubereiten. Hammond räumte zudem ein, dass der gesunkene Wert des britischen Pfunds zu einem „erheblichen Preisdruck“ führe.

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Bereits vor dem Referendum im Juni hatten Experten und internationale Organisationen vor negativen Folgen eines EU-Austritts gewarnt. Die offiziellen Austritts-Verhandlungen mit Brüssel sollen bis Ende März 2017 beginnen – und dürften zwei Jahre dauern.

Um die Konjunktur zu beleben, werde die Regierung bis 2020 die Unternehmensteuer von derzeit 20 auf 17 Prozent reduzieren, bekräftigte Hammond. Zudem kündigte er eine Erhöhung des Mindestlohns von derzeit 7,20 Pfund auf 7,50 Pfund (8,20 Euro) pro Stunde an. (dpa)


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