Sinkende Exporte bremsten deutsche Wirtschaft im 3. Quartal

Berlin (APA/Reuters) - Sinkende Exporte und schwächelnde Investitionen nach dem EU-Austrittsvotum haben das deutsche Wachstum im dritten Qua...

Berlin (APA/Reuters) - Sinkende Exporte und schwächelnde Investitionen nach dem EU-Austrittsvotum haben das deutsche Wachstum im dritten Quartal halbiert. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Juli und September um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal, bestätigte das Statistische Bundesamt am Donnerstag eine frühere Schätzung. Im Frühjahr waren es noch 0,4 Prozent, zu Jahresbeginn sogar 0,7 Prozent.

„Das deutsche Wirtschaftswachstum verliert leicht an Schwung“, betonten die Statistiker. Dafür sorgten zum einen die Exporte von Waren und Dienstleistungen, die angesichts der schwächelnden Weltkonjunktur um 0,4 Prozent abnahmen. Zum anderen steckten die Unternehmen wegen unsicherer Absatzperspektiven und der Verunsicherung nach dem Brexit-Votum der Briten 0,6 Prozent weniger Geld in Maschinen, Fahrzeuge und andere Investitionsgüter. Für Gebäude wurden hingegen 0,3 Prozent mehr ausgegeben. Gerettet wurde der Aufschwung von kauffreudigen Verbrauchern, die ihre Konsumausgaben um 0,4 Prozent steigerten. Rekordbeschäftigung, höhere Löhne und geringe Inflation heben derzeit die Kauflaune. Der Staatskonsum legte sogar um 1,0 Prozent zu - vor allem wegen der Ausgaben für Verpflegung und Unterbringung von Flüchtlingen.

Viele Experten rechnen für das Schlussquartal mit mehr Wachstum. Das Markit-Institut hält ein Plus von 0,5 Prozent für möglich. Für 2016 insgesamt rechnet die Bundesregierung mit 1,8 Prozent Wachstum, das sich 2017 auf 1,4 Prozent abschwächen dürfte.

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