Innsbrucker ÖVP fordert „Einlasssperre für Kriminelle“

Die neue Notschlafstelle in Arzl werde vor allem von Nordafrikanern genützt, so GR Franz Hitzl. LR Baur verweist auf die „Realität der Obdachlosigkeit“.

„Solange wir ein Bett frei haben und sich die Menschen an die Hausordnung halten, dürfen sie übernachten“, sagt LR Christine Baur (r.), im Bild mit Andrea Carter-Sax, Leiterin der neuen Notschlafstelle.
© TSD/Mackner

Innsbruck –„Akuten Handlungs- und Regelungsbedarf“ bei den Winternotschlafstellen in Innsbruck sieht ÖVP-Sicherheitssprecher GR Franz Hitzl. Bei einem Lokalaugenschein in der neuen Notschlafstelle der Tiroler Sozialen Dienste am Schusterbergweg in Arzl sei ihm gestern Vormittag bestätigt worden, dass dort in der Nacht zuvor „20 Nordafrikaner, sechs Rumänen und ein Italiener“ genächtigt hätten. Somit sei eingetroffen, wovor er schon im Gemeinderat gewarnt habe, nämlich dass die neue, mit öffentlichen Mitteln finanzierte Einrichtung „vorwiegend von Mitgliedern der nordafrikanischen Suchgiftszene genutzt“ werde.

Es gebe „erste Anzeichen, dass die Suchtgiftproblematik in das Haus hineingetragen wird“, so Hitzl weiter. Zudem finde ein „Verdrängungseffekt“ statt, weil Obdachlose aus dem Inland „die Einrichtung aus Angst nicht nutzen“. Von Soziallandesrätin Christine Baur (Grüne) fordert er, „eine Einlass-Sperre für die kriminelle Nordafrikaner-Szene zu verordnen“.

Sie habe vom Betreuungspersonal „ähnliche Zahlen gehört“, sagt LR Baur im Gespräch mit der TT. Neben sechs Rumänen und zwei Tirolern hätten am Schusterbergweg „auch Menschen übernachtet, die nordafrikanisch aussehen“. Realität sei, dass es diese Obdachlosigkeit gebe, dem müsse abgeholfen werden. „Solange wir ein Bett frei haben, dürfen Menschen, die sich gut benehmen und sich an die strenge Hausordnung – kein Alkohol, keine Drogen – halten, übernachten“, so Baur. „Wenn die Not der Obdachlosigkeit sich zeigt und wir noch Kapazitäten haben, werde ich nicht nach Nationalitäten unterscheiden.“

Ihr sei es „wichtig, dass es zu keinen gewalttätigen Konflikten kommt, dass sich niemand verdrängt fühlt und es keine Ausgrenzungen in irgendeine Richtung gibt“, erklärt Baur. Davon, dass die Drogenproblematik ins Haus getragen werde, habe sie nichts gehört, bisher sei es ruhig und gesittet abgelaufen. „Die Mitarbeiter sind geschult und haben viel soziale Kompetenz, zudem gibt es einen Security-Dienst.“ Auch mit Streetwork und Rotem Kreuz bestehe eine enge Kooperation. (md)


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