Obstproduktion 2016: Nur ein Drittel der Normalernte wegen Frost“

Das Jahr 2016 stand ganz im Zeichen des Frühjahrsfrosts, welcher enorme Schäden, vor allem im steirischen Erwerbsobstbau verursachte.

© Thomas Boehm / TT

Wien – Die diesjährige Produktion von Tafelobst aus Erwerbsanlagen (ohne Holunder und Aronia) belief sich laut Statistik Austria auf 84.200 Tonnen. Das entspricht einem Drittel einer Normalernte (Zehnjahresmittel) und weniger als einem Drittel der Vorjahresmenge (minus 67 Prozent). Verantwortlich für die schlechte Ernte ist in erster Linie der Frühjahrsfrost, der große Schäden, vor allem im steirischen Erwerbsobstbau, verursachte. Nahezu alle Obstarten waren betroffen. Das wenige Tafelobst, das heuer geerntet werden konnte, wies außerdem Qualitätsmängel wie Frostringe, Fruchtdeformationen oder innere Fäulnis bei Kernobst auf.

Kernobst aus Erwerbsanlagen erbrachte eine Erntemenge von 65.600 Tonnen, 71 Prozent weniger als im Vorjahr. Verglichen mit dem Zehnjahresmittel entsprach die Erntemenge einer stark unterdurchschnittlichen Produktion ( minus 69 Prozent). Davon waren 93 Prozent Äpfel (60.800 Tonnen, minus 72 Prozent zu 2015), wovon wiederum 58 Prozent aus steirischen Kulturen stammten. Die Birnenernte erbrachte 4.800 Tonnen ( minus 52 Prozent zu 2015).

Erträge variierten je nach Lage stark

Bei Steinobst wurde immerhin die Hälfte einer Normalernte erzielt. Die Produktion belief sich auf 6.600 Tonnen, was einem Minus von 50 Prozent zum Vorjahr entspricht. Bei Marillen wurde eine Erntemenge von 4.200 Tonnen erreicht (minus 39 Prozent zu 2015), wobei die Erträge je nach regionaler Lage stark variierten – von vergleichsweise sehr guten Hektarerträgen bis zum frostbedingten Totalausfall der Ernte in Teilen der Wachau. Die Zwetschkenernte bezifferte sich auf lediglich 840 Tonnen (minus 66 Prozent zu 2015). Kirschen und Weichseln erbrachten in Summe 780 Tonnen (minus 61 Prozent zu 2015).

Beerenobst nicht so stark betroffen

Bei Beerenobst (ohne Holunder und Aronia) wurden vergleichsweise die geringsten Ausfälle verzeichnet. Es wurde aber auch hier mit einer Menge von 11.900 Tonnen nur ein unterdurchschnittliches Ergebnis erreicht (minus 32 Prozent zum Zehnjahresmittel); im Vergleich zu 2015 wurde ein Minus von 29 Prozent verzeichnet. Mit über 80 Prozent Anteil konnten Erdbeeren eine Ernte von 9.800 Tonnen erbringen (minus 27 Prozent zu 2015). Darüber hinaus wurden 790 Tonnen Ribiseln (minus 53 Prozent zu 2015), 640 Tonnen Himbeeren (minus 22 Prozent zu 2015) und 660 Tonnen Kulturheidelbeeren (minus 22 Prozent zu 2015) geerntet.

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Die Erntemenge von Aroniabeeren, die erstmals erhoben wurde, belief sich auf 1.400 Tonnen. Die Früchte werden hauptsächlich zu Säften oder Marmelade verarbeitet, aber auch zur Farbstoffgewinnung verwendet.

Bei Holunder, dessen Früchte vornehmlich in der Lebensmittelfarbstofferzeugung Verwendung finden, betrug die Ernte 6.900 Tonnen und somit knapp 80 Prozent der Vorjahresernte.

Walnüsse hingegen fielen fast überall dem Frost zum Opfer, sodass österreichweit nur eine Produktionsmenge von 85 Tonnen verzeichnet werden konnte (minus 90 Prozent zu 2015). (TT.com)


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