APA-Jahresrückblick 2016 - Chronik Inland 7 (Juli)

Wien (APA) - Chronik Inland/Juli...

Wien (APA) - Chronik Inland/Juli

2. Bei einem gescheiterten Überfall auf einen Supermarkt in der Hütteldorfer Straße in Wien-Penzing feuert der Täter, ein 49-jähriger Bosnier, auf die durch den ausgelösten Alarm angerückten Polizisten. Zwei Beamte werden getroffen, von denen ein 23-Jähriger seinen schweren Verletzungen erliegt. Auch der Räuber wird angeschossen, auf der Flucht von der WEGA gestellt und getötet, als er weiter auf die Einsatzkräfte feuert. Tags darauf wird ein möglicher Komplize festgenommen. Der 63-Jährige hatte den Räuber zum Tatort chauffiert, will aber nichts von dessen Plänen gewusst haben. Seine U-Haft wird im August nicht verlängert.

7. Ungewöhnlicher Unfall in Wernberg (Bezirk Villach-Land): Als sich eine 44-Jährige auf der Terrasse ihres Wohnhauses mit einem Gelsenschutzmittel einreiben möchte, explodiert dieses. Es war in einer Ein-Liter-Flasche abgefüllt, die lange in der Sonne gestanden war. Dadurch hatte sich in dem Gefäß enormer Druck gebildet, beim Öffnen der Flasche entweichen dann die Gase der Alkoholmischung. Durch ein Teelicht kommt es zur Explosion. Die Frau steht innerhalb kürzester Zeit am ganzen Körper in Flammen und muss mit einem Rettungshubschrauber ins Spital gebracht werden.

11. Der Wiener Stadtschulrat kündigte an, dass drei Pädagoginnen entlassen werden, eine weitere muss sich einem Disziplinarverfahren stellen. Das ist die Konsequenz ihrer Entscheidung, Ende Juni mehr als 80 Volksschulkinder bei einem Schulausflug im Bahnhof Leobendorf (Bezirk Korneuburg) trotz geschlossener Schrankenanlage über die Gleise zu lotsen. Nur wenig später soll ein Regionalzug den Bahnhof ohne Halten durchfahren haben. Ausgerechnet der Elternverein der Schule stellt sich hinter die betroffenen Lehrerinnen. Das strafrechtliche Verfahren wird in der Folge eingestellt, was aber zumindest vorerst keine Auswirkung auf die arbeitsrechtlichen Konsequenzen hat.

14. Ein Buch über die Entführung von Natascha Kampusch darf in Deutschland weiter verkauft werden. Die Wienerin hatte eine einstweilige Verfügung gegen das Buch beantragt, was das Landgericht Köln Anfang Juni zurückwies. Laut Autor Peter Reichard wurden dagegen keine Rechtsmittel ergriffen, womit das Urteil nun rechtskräftig sei. In dem Verfahren ging es um das Buch „Der Entführungsfall Natascha Kampusch - Die ganze beschämende Wahrheit“. Darin werden unter anderem Videos beschrieben, die der Entführer Wolfgang Priklopil von Kampusch und sich gemacht hatte. Das Entführungsopfer, das acht Jahre in der Gewalt des Kidnappers war, betrachtete diese Schilderung als eine Verletzung ihres Persönlichkeitsrechts.

25. Die Salzburger Polizei hebt gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und Kollegen aus Polen, Deutschland und Ungarn einen internationalen Schlepper-Ring aus. Die Bande schmuggelte nachweislich rund 200 Migranten, soll aber nach Berechnungen der Polizei im Vorjahr mehr als 1.000 Menschen illegal über die Grenze gebracht haben. Seit September 2015 wurden insgesamt 17 Verdächtige verhaftet.


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