Europas Leitbörsen zur Eröffnung leichter erwartet

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Vor dem italienischen Verfassungsreferendum dürften die Anleger am europäischen Aktienmarkt zurückhaltend ...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Vor dem italienischen Verfassungsreferendum dürften die Anleger am europäischen Aktienmarkt zurückhaltend in die Woche starten. Zudem werfen weitere wichtige Ereignisse bereits ihre Schatten voraus und sorgen für Vorsicht.

Der F-DAX als Indikator für den deutschen Leitindex DAX signalisierte gegen 8.40 Uhr ein Minus von 0,25 Prozent auf 10.673,00 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 als Kursbarometer für die Eurozone wird zum Wochensstart fast unverändert mit minus 0,05 Prozent erwartet. Der FTSE-100 in London deutete ebenfalls einen leichteren Start mit einem Minus von 0,21 Prozent an.

Nervosität herrscht unter den Marktteilnehmern nicht nur mit Blick auf Italien, wo das am 4. Dezember anstehende Referendum über eine Reform des Senats den Euroraum mittelfristig in große Probleme stürzen könnte. Denn bei einem „Nein“ sind Neuwahlen wahrscheinlich, aus denen die euro-kritische Fünf-Sterne-Bewegung als Sieger hervorgehen könnte.

Denn auch EZB-Präsident Mario Draghi wird an diesem Montag vor dem Europäischen Parlament in Brüssel sprechen, bevor in der kommenden Woche zur EZB-Sitzung neben der Leitzinsentscheidung auch Aussagen zur künftigen Geldpolitik erwartet werden. Am Mittwoch trifft sich zudem das Ölkartell Opec in Wien. Am Markt mehren sich wieder die Zweifel am Willen der Mitglieder, ihre bereits beschlossenen Förderkürzungen auch umzusetzen.

Unter den Einzelwerten dürfte vor allem E.ON Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Energiekonzern rüstet sich nach dem dramatischen Kursverlust an der Börse gegen einen möglichen unerwünschten Übernahmeversuch. Vorstandschef Johannes Teyssen stellte in den vergangenen Wochen ein neues Abwehrteam aus Banken und Anwälten zusammen, das das Unternehmen im Falle einer Attacke unterstützen soll. Einen entsprechenden Bericht des „Spiegel“ bestätigte das Unternehmen. Zudem könnte eine positivere Einschätzung der britischen Bank HSBC stützen. Auf der Handelsplattform Tradegate gewann das Papier vorbörslich rund ein halbes Prozent.

Die Papiere der Deutschen Post könnten von Aussagen des Konzernchefs Frank Appel profitieren. Dieser rechnet wegen des wachsenden Online-Handels mit deutlich mehr Paketgeschäft. „Die Menschen werden sich künftig zunehmend auch Dinge des täglichen Bedarfs wie Obst, Gemüse oder Milch an die Haustür liefern lassen, statt selbst in den Supermarkt zu fahren“, bekräftigte Appel im Gespräch mit der „Bild am Sonntag“. Vorbörslich legte auch die Aktie um gut ein halbes Prozent zu.

Weniger erfreulich dagegen sind die jüngsten Meldungen zur Deutschen Telekom und Lufthansa. Im Telekom-Netz kam es am Wochenende bundesweit zu Störungen. Die Telekom selbst sagte, dass Ausmaß und Umfang noch unklar seien, aber Internet, Telefonie und Fernsehen betroffen wären. Die T-Aktie gab vor dem Börsenstart auf Tradegate um 0,3 Prozent nach.

Am Frankfurter Flughafen müssen sich zudem Passagiere der Lufthansa nach einer Streikpause am Sonntag und Montag wieder auf massive Flugausfälle einrichten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) rief für Dienstag und Mittwoch zum erneuten Ausstand auf. Die Aktie büßte auf der Handelsplattform Tradegate 1,3 Prozent ein.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA046 2016-11-28/08:46


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