„Stolz auf die Vielfalt der Mitarbeiter“

Plansee-Vorstandsvorsitzender Michael Schwarzkopf ist besorgt über ausländerfeindliches Verhalten mancher Beschäftigter. „Wer so denkt, ist falsch bei uns.“ 122 Plansee-Jubilare wurden Freitagabend geehrt.

Michael Schwarzkopf hatte für jeden einzelnen Jubilar einen Vers parat.
© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Breitenwang, Reutte –Die heurige Jubilarehrung bei Plansee war gekennzeichnet von einer Sorge, erstmals von keiner wirtschaftlichen. Vorstandsvorsitzender Michael Schwarzkopf räumte in seinen Laudationes an die Jubilare aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen Raum ein. Die Flut von Negativmeldungen in Echtzeit würde ein verzerrtes Weltbild zeichnen. Vieles bis hin zu angsteinflößenden Terrorakten passiere natürlich wirklich, „aber wir müssen uns fragen, ob unsere jetzige Zeit wirklich schlechter ist als früher. Ich denke nicht. Wir haben seit 70 Jahren keinen Krieg mehr erlebt und leben – auch dank der EU – in einem Wohlstand, besser als je zuvor.“ Viele würden, von der Globalisierung und digitaler Datenwelt überfordert, Orientierung und Halt suchen. „Wir sollten auf unsere Werte und Freiheit aufpassen und uns nicht zu sehr von Dema­gogen leiten lassen. Wir haben doch hoffentlich alle aus der Geschichte gelernt.“

CEO Schwarzkopf ernst: „Leider spüren wir auch im Unternehmen, dass sich Mitarbeiter fremdenfeindlich verhalten. Mit unseren 2300 Mitarbeitern am Standort sind wir natürlich ein Abbild der Gesellschaft vor Ort.“ Das Unternehmen habe aber seit jeher die Politik vor den Werks­toren gelassen. „Wir sind stolz auf die Vielfalt an Mitarbeitern und behandeln alle Beschäftigten gleich, unabhängig von Herkunft und Religion.“ Gerade diese Feier spiegle die Grundhaltung bei Plansee von gegenseitiger Wertschätzung wider, führte er weiter aus. „Mitarbeiter, die diese Einstellung nicht mitbringen, sind bei uns am falschen Platz.“

Reich beschenkt ging es zu lukullischen Genüssen über.
© Helmut Mittermayr

Der Stellenwert Plansees in Tirol spiegelte sich auch in den Festrednern wider, allen voran Landeshauptmann Günther Platter, WK-Präsident Jürgen Bodenseer oder Industrieller Reinhard Schretter. Auch Platter mahnte: „Imme­r mehr wünschen sich, verunsichert durch Flüchtlings- und Migrationswellen, einen starken Mann. Den hatten wir schon.“ Bodenseer wollte die Flüchtlinge „trotz der dramatischen Situation Europas als Chance sehen“.

Betriebsratsvorsitzender Christoph Scheiber forderte angesichts der zu erwartenden Veränderungen „wie mannlose Produktionshallen, die die digitale Revolution von Industrie 4.0 bringen könnte“, einen Ausbildungsschub „in total neue Themen“. Gerade das immer weitere Auseinanderklaffen bei den Gehältern zwischen „oben und unten“ fördere Wutbürger, war er sich sicher. Auch eine bessere Vertaktung des öffentlichen Verkehrs mit Plansee war ihm ein Anliegen.

Die Jubilarfeier war aber auch, was sie immer war – ein festlicher, feiner Jahresfixpunkt; ein Feiern der wirtschaftlichen Erfolge Plansees; ein Hochlebenlassen eines jeden einzelnen der heuer 122 Jubilare durch Schwarzkopf persönlich; ein lukullisches Feuerwerk; ein amikales Get-together – und ein langer, langer Abend.

Eindrücke von der Jubilarehrung.
© Helmut Mittermayr

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