Zukunft des Bezirkes als Modellregion ungewiss

Das Förderprogramm für die Klima- und Energiemodellregion Imst läuft im Sommer 2017 aus. Eine Weiterführung ist (noch) nicht gesichert.

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Von Agnes Dorn

Arzl –Beim letzten Treffen der Klima- und Energiemodellregion (KEM) Imst für heuer ging es in Arzl vor allem um die Zukunft: Denn das Förderprogramm des Bundes läuft im Sommer nächsten Jahres aus und bis zum 12. Oktober soll der Antrag auf Weiterführung eingereicht sein. Dazu muss aber mindestens die Hälfte der Gemeinden beziehungsweise der Einwohner im Bezirk dabei sein, wobei die KEM-Region Imst bereits jetzt durch die Teilnahme aller 24 Gemeinden zu einer der größten KEM-Regionen Österreichs gehört. Doch die Sache hat einen kleinen Haken, der vielleicht die eine oder andere Kommune davon abhält, auch in Zukunft Teil des Förderprogramms zu bleiben: Denn 25 Prozent der Kosten für weitere drei Jahre Laufzeit müssten statt wie bisher von Tiwag, Stadtwerke Imst und Land Tirol von den Gemeinden selbst kofinanziert werden. 50 Prozent dieser 66.667 Euro könnten dabei als personelle Mittel, die andere Hälfte bar eingebracht werden.

Entscheidet man sich für eine Weiterführung, steht weiterhin jener Fördertopf offen, der ausschließlich Projekte der KEM-Region fördert. In der vergangenen Periode profitierten davon Photovoltaik- und Solaranlagen, Holzheizungen, Mustersanierungen sowie E-Ladestationen. „Nächstes Jahr werden vermutlich ähnliche Bereiche gefördert wie bisher“, weiß KEM-Managerin Gisela Egge­r. Außerdem könnten innovative Leitprojekte ohne Kofinanzierung mit bis zu 35.000 Euro beziehungsweise mit Kofinanzierung mit bis zu 130.000 Euro gefördert werden. Auch Klimaschulprojekte werden mit bis zu 22.000 Euro unterstützt, sofern mindestens drei Schulen am Projekt teilnehmen.

Dass es in Imst sehr wohl den Willen zur Zusammenarbeit im Energiebündel gibt, zeigte auch das rege Interesse am vergangenen Vernetzungstreffen in Arzl, der jüngsten e5-Gemeinde im Bezirk: Immerhin waren 26 Teilnehmer aus 17 Gemeinden (23 von 24 verfügen über einen Energiebeauftragten) der Einladung des Regionalmanagements gefolgt, um über die weitere Zusammenarbeit zu diskutieren. Auch Arzl zählt zu jenen Gemeinden, die eine Reihe von energiesparenden Maßnahmen bereits gesetzt hat beziehungsweise gerade im Begriff ist zu setzen. BM Jose­f Knabl: „Photovoltaik am Pflegezentrum, sukzessive Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, gemeindeeigene E-Bikes, Energiebuchhaltung oder die bereits in Betrieb befindliche Mikroheizanlage gehören zu jenen Bausteinen, die den Weg der 2e-Gemeinde zu weiteren ‚e‘s ebnen soll.“

Ob die Gemeinden nun auch willens sind, das Förderprogramm in der nächsten Periode fortzusetzen, wird Egger im Jänner nächsten Jahres in Erfahrung bringen. Bis dahin haben die Protagonisten Zeit, sich zu überlegen, wie viel ihnen Energieeffizienz de facto wert ist. (ado)


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