Deutschland: Vermittlungsoffensive gegen Winter-Arbeitslosigkeit

Nürnberg (APA/dpa) - Mit der verstärkten Vermittlung von Jobsuchern, die zum Beginn der kalten Jahreszeit ihre Arbeit verlieren, will die Bu...

Nürnberg (APA/dpa) - Mit der verstärkten Vermittlung von Jobsuchern, die zum Beginn der kalten Jahreszeit ihre Arbeit verlieren, will die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Winter-Arbeitslosigkeit spürbar senken. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter wollten davon profitieren, dass manche Unternehmen inzwischen selbst in den Wintermonaten händeringend nach Fachkräften suchten, sagte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker.

Firmen, die ihre Mitarbeiter in den Wintermonaten in der Arbeitslosigkeit „parkten“, riskierten damit den dauerhaften Verlust gut eingearbeiteter Kräfte. „Denn Unternehmen, die in der Winterzeit neue Kräfte einstellen, werden sie wahrscheinlich auch länger halten“, sagte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Diese Fachkräfte seien dann für den ehemaligen Arbeitgeber meist verloren. Beckers Fazit: „Die gute Arbeitsmarktlage macht Winter-Entlassungen zunehmend zum Risiko.“

Stattdessen rät er Firmen- und Personalchefs, auftragsschwache Zeiten mit Instrumenten wie Arbeitszeitkonten, flexiblen Arbeitszeitmodellen oder sogenanntem Saison-Kurzarbeitergeld zu überbrücken. Der Arbeitgeberservice der örtlichen Arbeitsagenturen biete interessierten Unternehmen eine entsprechende Beratung an.

Nach Beckers Erkenntnissen ist die Winter-Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren zwar rückläufig gewesen - aber nicht in dem Maße, wie es die gute Arbeitsmarktlage eigentlich erwarten lasse. Noch immer seien in der kalten Jahreszeit rund 250.000 Männer und Frauen von Winter-Arbeitslosigkeit betroffen. Zu den Firmen, die Mitarbeiter dann in der Arbeitslosigkeit „parkten“, gehörten neben dem Bau auch die Zulieferindustrie und Dienstleistungsunternehmen.

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Umgekehrt sei in den letzten Jahren die Zahl der offenen Stellen kaum gesunken. „Fachkräfte haben derzeit beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, betonte der BA-Manager. So ist nach seinen Erkenntnissen die Zahl der offenen Stellen im vorigen Winter lediglich von 612.000 auf 581.000 zurückgegangen - also nur um 31.000. Die aktuell gute Marktsituation sollten Jobcenter und Arbeitsagenturen also zur Verringerung der Winter-Arbeitslosigkeit nutzen, findet Becker.


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