Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation stagnieren

Wien (APA) - Die Inanspruchnahme der seit knapp drei Jahren geltenden Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation stagniert. Im Jahr 2015 befan...

Wien (APA) - Die Inanspruchnahme der seit knapp drei Jahren geltenden Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation stagniert. Im Jahr 2015 befanden sich insgesamt 6.166 Personen in derartigen Maßnahmen, das waren um ganze drei mehr als im Jahr davor. Das geht aus einem Bericht des Sozialministeriums hervor, der am Dienstag dem Ministerrat vorgelegt wird.

Mit dem Grundsatz „Rehabilitation vor Pension“ ist mit Jänner 2014 eine umfassende Reform der Invaliditätspensionen in Kraft getreten, mit dem Ziel, Menschen länger im Erwerbsleben zu halten und die Zahl der Invaliditätspensionen zu verringern. Eine befristete Gewährung einer Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension kommt für Personen unter 50 nicht mehr in Betracht. Stattdessen wird Rehabilitationsgeld oder Umschulungsgeld gewährt.

Während die medizinische Rehabilitation zum Ziel hat, nach Unfall oder Krankheit die körperliche oder psychische Leistungsfähigkeit wiederherzustellen, steht bei der beruflichen Rehabilitation die Förderung der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt im Vordergrund. Die diesbezüglichen Maßnahmen sollen Betroffenen ermöglichen, wieder in ihrem früheren Beruf Fuß zu fassen oder in einem anderen Arbeitsbereich tätig zu werden. Zur Verfügung stehen Maßnahmen, die den Arbeitsplatz erhalten sollen, aber auch Aus- und Weiterbildungsangebote, die Betroffenen neue berufliche Perspektiven ermöglichen können. Diese Maßnahmen können allein oder auch ergänzend zu einer bereits erfolgten medizinischen Rehabilitation durchgeführt werden.

Gefruchtet hat die Reform bezüglich der Zahl der Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen. Hier wurden im Vorjahr 15.396 Zuerkennungen registriert. Das sind um 22,9 Prozent weniger als im Jahr 2014 und fast eine Halbierung (minus 48 Prozent) im Vergleich zum Jahr 2010.

Die Inanspruchnahme der seit 2014 zur Verfügung stehenden Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation stagniert allerdings. Im Vorjahr wurden dafür 7.199 Anträge gestellt, das sind um 700 oder 8,9 Prozent weniger als 2014. Die Anzahl der begonnenen Maßnahmen ist um 1,2 Prozent auf 5.717 gesunken. Insgesamt befanden sich im Vorjahr 6.166 Personen in Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation, das waren um genau drei mehr als 2014. 18,8 Prozent der Personen, die eine berufliche Maßnahme absolvieren, nehmen auch eine medizinische Rehabilitation in Anspruch.

Abgebrochen haben im Vorjahr 748 Personen ihre berufliche Rehabilitation. Das waren um 260 oder 53,3 Prozent mehr als 2014. Bei 66 dieser 748 Personen wurde die berufliche Rehabilitation „mangels Mitwirkung“ abgebrochen, in 682 Fällen gab es sonstige Gründe.

Die Ausgaben der Pensionsversicherungsträger für die berufliche Rehabilitation beliefen sich 2015 auf rund 90 Millionen Euro. Im Vergleich zum Jahr davor war das ein Anstieg um rund elf Mio. Euro oder 14,5 Prozent. Die Geldleistungen stiegen nur um eine Mio. Euro, die Sachleistungen hingegen um mehr als zehn Mio. Euro. Die durchschnittlichen Kosten pro Person beliefen sich auf 14.608 Euro.

Das Sozialministerium verweist darauf, das die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der beruflichen Rehabilitation mit dem mit 1. Jänner in Kraft tretenden Pensionspaket erleichtert werden. Außerdem werden die Maßnahmen der beruflichen und der medizinischen Rehabilitation verschmolzen, wovon man sich ebenfalls eine höhere Akzeptanz erwartet.


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