Lawine im Ferwalltal: Aufarbeitung einer Tragödie

Altschneeprobleme in höheren Lagen machen den Lawinenwarnern die größten Sorgen.

Das Bild zeigt die Anrisshöhen der Lawine im Ferwalltal von bis zu 2,5 Metern.
© LWD Tirol

Innsbruck, Obergurgl — Zwei Menschen starben am Wochenende bei einem Lawinenunglück im Ferwalltal — die TT berichtete. Derartige Tragödien werden auch vom Lawinenwarndienst Tirol (LWD) minutiös aufgearbeitet, um „aufzuklären, zu warnen und selbst zu lernen", wie Patrick Nairz vom LWD erklärt. Klar sei: „Das vom Frühwinter bekannte Altschneeproblem in hochalpinen, vornehmlich schattigen Regionen, wo sich Septemberschnee halten konnte, ist sehr ernst zu nehmen."

Diese dünne Schicht mit „zuckerartigen Kristallen" verbindet sich nur schlecht mit den unteren Schichten, und solche Schwierigkeiten im Schneedeckenaufbau ziehen sich dann in weiter Folge über zwei, zweieinhalb Monate hin. „Die Lage kann sich durchaus noch bessern", sagt Nairz, aber es sehe so aus, als würde die aktuelle Situation die Tourengeher und Lawinenwarner noch eine Zeit lang beschäftigen. Für die kommenden Tage sei relativ wenig Veränderung in Sicht.

Die Altschneeprobleme dürften laut dem Lawinenwarndienst auch das Lawinenunglück am Samstag verursacht haben. Die Gruppe dürfte zuvor in einem gering geneigten Gelände ein Schneeprofil erstellt haben. Nachdem man ein Setzungsgeräusch vernommen hatte, wurden vier Personen der Gruppe von einer großen Schneebrettlawine erfasst. Diese war weit oberhalb abgebrochen und entwickelte sich in der extrem steilen Sturzbahn zu einer sehr schnellen Staublawine, analysierte der LWD auch auf seinem Blog. Ein 22-jähriger Niederländer verstarb noch an Ort und Stelle. Ein 40-jähriger Engländer starb am Sonntagabend in der Klinik. „Wir wollen mit dem Blog möglichst einfach aufzeigen, was passiert ist, und über die Situationen aufklären", sagt Nairz.(TT, mw)

Zwei Menschen starben bei dem Unglück.
© ZOOM.TIROL

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