Prozess um Bluttat am Brunnenmarkt - Witwer: „Nicht verkraftet“

Wien (APA) - Der Witwer der am Brunnenmarkt getöteten Maria E. hat die Tat bisher nicht verkraftet. „Für mich ist es heute noch ein Schock, ...

Wien (APA) - Der Witwer der am Brunnenmarkt getöteten Maria E. hat die Tat bisher nicht verkraftet. „Für mich ist es heute noch ein Schock, was da passiert ist“, sagte er im Gespräch mit der APA. „Sie war so ein positiver Mensch, hat jedem nur helfen wollen, jahrelang alles ehrenamtlich gemacht“, erinnerte sich der 65-Jährige mit Tränen in den Augen. „Heute kommt alles wieder hoch.“

Der Täter war am Montag nach kurzer Verhandlung am Wiener Straflandesgericht in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. „Wenn er nicht straffähig ist, nutzt es nichts, wenn man ihn einsperrt. Eine geschlossene Anstalt ist nicht viel anders als ein Gefängnis, da wird er wenigstens betreut“, sagte Franz E. „Ich glaube nicht, dass ich jemals damit abschließen kann.“

Im Verfahren war einmal mehr zutage gekommen, dass es im Vorfeld der Bluttat zu einem evidenten Behördenversagen gekommen war. „Schön langsam kommt heraus, dass die Behörden sehr wohl schuld sind, weil sie nicht zusammenarbeiten“, sagte der 65-Jährige. „Wenn das besser funktionieren würde, könnte man solche Taten in Zukunft unterbinden.“ Eine offizielle Entschuldigung habe die Familie auch mehr als ein halbes Jahr nach der Tat nicht erhalten. „Die einzigen, die uns ihr Beileid ausgesprochen haben, war die FPÖ“, erzählte der Witwer.

Für die Versäumnisse der Behörden soll die Republik eine Entschädigung bezahlen. „Wir sind mit der Finanzprokuratur in Verhandlung und hoffen, dass wir in Kürze einen Abschluss finden“, sagte Mathias Burger (Kanzlei Boran Heck), der Rechtsvertreter des Witwers und der Tochter. „Das Maximum bei Trauerschmerzen sind 25.000 Euro. Wir versuchen, außergerichtlich ein möglichst gutes Angebot zu bekommen“, bekräftigte Burger.

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