Salzburg verhext, Rapid hadert, Sturm und die Austria jubeln

Während Rapid seinen Sinkflug in der Bundesliga fortsetzte und Meister Salzburg weiterhin das Tor nicht trifft, zogen die Austria und Sturm vor der englischen Woche zufrieden Bilanz.

Zum ersten Mal seit zehn Jahren musste sich Salzburg zuhause der Admira geschlagen geben.
© APA

Bei Salzburg ist es wie verhext

„Dumm gelaufen“, „wie verhext“, „schwer zu erklären“: Einmal mehr hat Fußballmeister Salzburg am Sonntag mit eigenem Unvermögen gehadert. Zuhause unterlagen die „Bullen“ der Admira mit 0:1 und mussten nur drei Tage nach dem bitteren EL-Aus in Krasnodar den nächsten Rückschlag hinnehmen. Einmal mehr scheiterte man dabei an mangelnder Effizienz. Am Mittwoch wartet der Schlager bei Austria Wien.

„Diese mangelnde Chancenverwertung ist der Grund dafür, dass wir solche Spiele verlieren“, konstatierte Trainer Oscar Garcia, dessen Truppe nach einer schwachen ersten Hälfte in der zweiten auf das gegnerische Tor drückte und neuerlich zahlreiche Chancen ausließ. „Das ist auch der Grund dafür, dass wir nicht in der Champions League sind und dass wir in der Europa League nicht weitergekommen sind“, befand Oscar, der neuerlich ohne den verletzten Goalgetter Jonatan Soriano auskommen musste, der noch immer nicht ins Mannschaftstraining zurückgekehrt ist.

„Ich hoffe, dass es nur eine Phase ist, die dauert aber schon sehr lange“, meinte Oscar, der den Sturmroutinier am liebsten schon im Schlager bei der Austria am Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF eins) wieder im Kader hätte. „Natürlich fehlt uns Soriano, aber wir wollen nicht von einem Spieler abhängig sein“, betonte er einmal mehr. Geschäftsführer Jochen Sauer kritisierte zwar nicht zuletzt „teilweise behäbiges“ Spiel nach vorne, war ob der vergebenen Möglichkeiten aber ebenso fassungslos: „Bei diesen Chancen muss man einfach irgendwann die Tore machen.“ Einmal mehr betonte Sauer, dass sich im Winter am Transfersektor „sicher nichts“ tun werde: „Wir sind auf allen Positionen gut bis sehr gut besetzt.“

Austria feiert Big Points

Die Wiener Austria ist nach einem 3:0-Sieg beim WAC erster Jäger des Spitzenduos in der Fußball-Bundesliga. „Dieser Sieg ist Gold wert. Jetzt wollen wir in diesem Jahr noch das eine oder andere Pünktchen machen“, betonte Trainer Thorsten Fink, dessen Team nach der 16. Runde jeweils zwei Zähler hinter Spitzenreiter Sturm Graz und SCR Altach liegt und nun am Mittwoch Meister Salzburg empfängt.

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Besonders imponierte Fink die Reaktion seiner Spieler auf die unnötige 1:2-Heimniederlage gegen Astra Giurgiu, mit der am Donnerstagabend ein vorzeitiger Aufstieg in die K.o.-Phase der Europa League verpasst worden war. „Gegen Astra Giurgiu haben wir unglücklich verloren. Da ist es immer schwierig, die Jungs wiederaufzubauen und ihnen zu sagen, dass die Meisterschaft für uns das Wichtigste ist. Das haben sie gegen den WAC super beherzigt“, lobte Fink die „Top-Leistung“ seiner Mannschaft.

Diese hat nun die Chance, mit einem Heimsieg gegen Red Bull Salzburg den Vorsprung auf den Titelverteidiger von drei auf sechs Zähler zu verdoppeln. „Wir wollen jetzt am Mittwoch nachlegen“, bekräftigte Ismael Tajouri, der für den angeschlagenen Jens Stryger Larsen in die Startelf gerückt war und das wichtige 1:0 in Wolfsberg erzielt hatte. „Es war auf jeden Fall ein Goldgriff, ihn spielen zu lassen. Manchmal wird das Schlechte, dass wir einen Spieler auswechseln müssen, zum Vorteil, er hat hervorragend gespielt“, erklärte Fink.

Bei Rapid reicht es momentan nicht

1:2,0:1,1:2: Statt einem erhofften Trainereffekt ist Fußball-Rekordmeister Rapid unter Neo-Coach Damir Canadi weiter im Sinkflug. Nach der unglücklichen, aber auch nicht unverdienten Niederlage gegen Sturm Graz am Sonntag sind die Europacupplätze in noch weitere Ferne gerückt. „Die Mannschaft hat alles probiert, es reicht aber momentan nicht“, sagte Canadi nach seinem dritten Pflichtspiel.

Die Steirer durften hingegen aus mehreren Gründen jubeln. Dank der „Big Points“ im Allianz Stadion blieb die Elf von Coach Franco Foda auf Herbstmeisterkurs, der Vorsprung auf Rapid, das nach zehn erfolglosen Versuchen wieder einmal besiegt wurde, wuchs auf 13 Punkte an. „Ich glaube, dass die Meisterschaft spannend bleibt und gehe auch davon aus, dass Rapid auf kurz oder lange wieder kommen wird“, hat Sturm-Trainer Franco Foda die Hütteldorfer nicht abgeschrieben. Darauf hofft Rapid natürlich. „Jeder wird alles versuchen, um oben wieder ran zu rutschen. Man wird sehen, ob vorne ein Hänger kommt oder nicht“, sagte Canadi.


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