Paul Nuttall - englischer Nationalist mit erzkonservativen Ansichten

London (APA/dpa) - Die britische UKIP hat einen neuen Vorsitzenden: Paul Nuttall soll die zerstrittene Anti-EU-Partei wieder auf Kurs bringe...

London (APA/dpa) - Die britische UKIP hat einen neuen Vorsitzenden: Paul Nuttall soll die zerstrittene Anti-EU-Partei wieder auf Kurs bringen. Der 39-jährige ehemalige Geschichtsdozent aus dem Großraum Liverpool ist bereits der dritte Parteichef in diesem Jahr, nachdem Vorgängerin Diane James das Amt nach nur 18 Tagen wieder abgab.

Nuttall bringt einige politische Erfahrung mit: Seit 2009 sitzt er für die UKIP (UK Independence Party) im EU-Parlament. Ab 2010 hatte er bis Herbst 2016 den Posten des Vize-Parteichefs hinter Nigel Farage inne. Er wird dem Lager des charismatischen Langzeit-Parteichefs zugerechnet, das Verhältnis der beiden gilt aber nicht als gänzlich ungetrübt.

Ob Nuttall es mit der Popularität Farages aufnehmen kann, ist fraglich. Er hofft, vor allem der Labour Party Stimmen abjagen zu können und setzt auf englischen Nationalismus. „Das nächste große Thema, das in der britischen Politik aufkommt, ist Englischsein“, sagte er dem „Telegraph“ kurz vor seiner Kür zum Parteichef. Einiges spricht dafür, dass er der Partei einen weiteren Rechtsruck bescheren könnte. Beispielsweise spricht er sich für Volksabstimmungen zur Wiedereinführung der Todesstrafe und einem Verbot von Abtreibungen aus.

Bei seiner Antrittsrede als UKIP-Chef versprühte er Optimismus: „Heute ist der Tag, an dem wir beginnen, das UKIP-Puzzle wieder zusammenzusetzen. Es ist die Stunde null, ein neuer Anfang.“


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