Eselsfarm kämpft gegen das Aussterben der Tiere in Montenegro

Podgorica (APA/AFP) - Mit sanftem Druck streift Darko Saveljic die Zitze der Eselin, nur langsam füllt sich das Glas mit Milch. Doch jeder T...

Podgorica (APA/AFP) - Mit sanftem Druck streift Darko Saveljic die Zitze der Eselin, nur langsam füllt sich das Glas mit Milch. Doch jeder Tropfen ist wertvoll: Ein Liter Eselsmilch kostet hier in Montenegro 50 Euro. „Diese Milch ist äußerst gesund“, erklärt Saveljic. Schon kleine Mengen täglich würden genügen, um Asthma, Bronchitis und Hautkrankheiten zu lindern.

Nicht nur die ihr zugesprochene Heilkraft macht die Milch so kostbar. Es gibt kaum noch Esel in Montenegro. „Vor dreißig Jahren hatte jedes Haus in den Küstendörfern einen Esel“, erinnert sich Saveljic. „Es waren Tausende. Jetzt benutzen wir Maschinen statt Esel.“

2010 wurden 500 Esel in dem kleinen Balkanstaat gezählt, inzwischen schätzt Saveljic ihre Zahl auf 150. Davon leben 30 in dem Reservat, das der 42-Jährige - eigentlich ein Ornithologe - vor einem guten Jahr einrichtete. Die Esel stammen von Leuten, die nichts mehr mit ihnen anfangen konnten, waren misshandelt worden oder sind fast verhungert. Einer von ihnen ist blind.

Jetzt hat jedes Tier einen Namen, genug zu fressen und viel Freiheit. Gegen ein Kilo Karotten oder Äpfel als Eintritt heißt Saveljic Besucher willkommen. Er hofft, dass die Begegnung zwischen Mensch und Esel dazu beitragen wird, die einheimische Rasse vor dem Aussterben zu bewahren. „Wenn man gut mit ihnen umgeht, sind Esel wie Hunde. Sie respektieren dich und folgen dir überall hin.“

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Die Eselin, die Saveljic gerade melkt, heißt Tereza. 400 Milliliter gibt ein Tier am Tag. Die Hälfte der Milch verkauft Saveljic, um damit das Reservat zu finanzieren. Die andere Hälfte schenkt er Bedürftigen, die die Milch brauchen, sie sich aber nicht leisten können.

Eine Kundin ist Valeria Markovic in der Hauptstadt Podgorica. Sie wurde auf die Eselsfarm aufmerksam, als sie Hilfe für ihren von Allergien geplagten Sohn Vlado suchte. „Davor wusste ich nur, dass Kleopatra in Eselsmilch badete“, erzählt Markovic lachend. Jetzt gibt sie dem Fünfjährigen jeden Tag ein bisschen von der kostbaren Milch. Vlados nächtliche Atemnot habe sich seither gebessert, sagt die Mutter.

Auch der Wissenschafter Photis Papademas geht von einer heilenden Wirkung der Eselsmilch aus. Es gebe gewichtige Hinweise, dass die Milch bei gesundheitlichen Problemen aufgrund eines schwachen Immunsystems helfe, sagt der Experte für Milchwissenschaft an der Technischen Universität Zypern. Die Zusammensetzung der Proteine in der Eselsmilch sei der in der Muttermilch sehr ähnlich. Weitere wissenschaftliche Studien seien jedoch nötig.


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