Für Skischaukel fallen die Würfel noch diesen Winter

Die Initiatoren der Liftverbindung Kaunertal-Langtaufers halten an der Eröffnung Ende 2017 fest. Gespräch mit Projektgegnern „jederzeit möglich“.

© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Kaunertal, Langtaufers –Die mühsamen Jahre der Überzeugungsarbeit sind vorbei: Die erste grenzüberschreitende Skischaukel Österreich-Italien ist geplant und zur behördlichen Genehmigung eingereicht. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und halten am Zeitplan fest“, bestätigte gestern Paul Jakomet, Geschäftsführer des Betreibers Oberländer Gletscherbahnen AG. Erst kürzlich habe man noch ergänzende Unterlagen nach Bozen geschickt. Der Bau der Seilbahn von Melag auf das 3108 Meter hohe Karlesjoch an der Staatsgrenze sollte – im Hinblick auf die Genehmigung – kein Problem sein, ist Jakomet überzeugt. Beim Pistenbau gebe es mehrere Varianten. Aber nicht alle seien genehmigungsfähig, räumt der Geschäftsführer ein. „Dass wir eine unserer Wunschvarianten wahrscheinlich nicht bauen dürfen, nehmen wir zu Kenntnis.“ In Summe sehe er jedenfalls „keine unüberwindbaren Hindernisse“. Als Optimist halte er am angestrebten Baubeginn im Frühjahr 2017 weiterhin fest. Die Skischaukel mit Investitionen von rund 22 Mio. Euro soll im Oktober 2017 eröffnet werden.

Im Amt für Landesplanung in Bozen, Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung, koordiniert Giorgio Gottardi das Genehmigungsverfahren. „Mit diesem Projekt sind viele Ämter befasst“, schilderte er am Dienstag. „Die Umweltbehörde etwa macht die technische Bewertung, auch sozioökonomische Aspekte müssen berücksichtigt werden.“ Fazit: Nach Prüfung und Bewertung des Projekts werde die Landesregierung über die Genehmigung entscheiden bzw. eine Grundsatzentscheidung treffen. Gottardi geht davon aus, dass das noch in diesem Winter der Fall sein wird. „Bei uns endet der Winter am 21. März“, bemerkte er.

Wiederholt sind die Projektbetreiber mit Protesten konfrontiert worden. Zuletzt erklärten die Heimatpfleger Gesamttirols, der geplante massive Eingriff in eine der wenigen intakten Landschaften Südtirols bedeute eine Beeinträchtigung des sensiblen Ökosystems. „Wir sind jederzeit bereit, mit den Gegnern zu reden. Sie haben ihren Protest ja auch schon bei der Gemeinde Graun deponiert“, sagte Jakomet.

TT-ePaper testen und eine von drei Gasser Tourenrodeln gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Die TT verlost drei Gasser Tourenrodeln und 50 Thermosflaschen

Kommentieren


Schlagworte