Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt um Mordversuch

Wiener Neustadt (APA) - Eine Messerstecherei in Frankfurt am Main (Deutschland) Anfang März war am Dienstag Prozessgegenstand am Landesgeric...

Wiener Neustadt (APA) - Eine Messerstecherei in Frankfurt am Main (Deutschland) Anfang März war am Dienstag Prozessgegenstand am Landesgericht Wiener Neustadt. Weil er einem Mann laut Anklage nach einem kurzen Streitgespräch zwei Stiche in die Brust versetzt haben soll, musste sich ein in der hessischen Finanzmetropole lebender gebürtiger Wiener (70) mit Zweitwohnsitz in Laxenburg vor Geschworenen verantworten.

Das Opfer wurde nahe des Herzens getroffen, erlitt Einblutungen in die linke Brusthöhle und Lunge und musste notoperiert werden. Eine oberflächliche Schnittverletzung befand sich im Bereich der hinteren Achselhöhle. Schauplatz des nächtlichen Geschehens war ein Lokal im Frankfurter Bahnhofsviertel, der Verdächtige wurde zwei Wochen nach der Tat von der Spezialeinheit Cobra in seinem Elternhaus in Laxenburg festgenommen.

Staatsanwalt Erwin Blümel sprach von bewussten, gezielten Messerstichen gegen den bei einem Spielautomaten stehenden Mann. Ein vorhandenes Video aus dem Lokal lasse die Mordabsicht dabei erkennen.

Keinesfalls habe sein Mandant den Mann umbringen wollen, konterte Verteidiger Peter Philipp. Zwei Freunde des Opfers hätten den Ausgang verstellt - der Wiener habe nur zugestochen, um hinauszukommen, stellte der Anwalt Notwehr in den Raum. Das Opfer sei dann lediglich zwei Tage im Spital gewesen.

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Der 70-Jährige, eigenen Angaben zufolge seit 50 Jahren „im Milieu“ u.a. als Kellner und Security beschäftigt und unterwegs, bekannte sich der Körperverletzung schuldig. Er bestritt aber unter Hinweis auf die „leichten“ Verletzungen des Opfers jedwede Tötungsabsicht: „Ich bin doch nicht geisteskrank und werd‘ mit 69 zum Mörder!“ Er habe keinen Bock darauf, seinen Lebensabend im Knast verbringen. Die drei Zentimeter tiefen „Muskelstiche“ seien als Denkzettel gemeint gewesen, dass er sich nichts gefallen lasse, berichtete der nach seinen Worten in der Frankfurter Nachtszene bekannte und respektierte Wiener von einer „Albaner-Bande“, die einen Teil des Bahnhofsviertels terrorisiere. Den Namen des „Chefs“ nenne er nicht - er wolle gesund bleiben, meinte er.


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