Steinmeier: Sieg in Aleppo entscheidet nicht den Syrien-Konflikt

Damaskus/Berlin (APA/Reuters) - Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnt die syrische und russische Regierung vor der Annahm...

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Damaskus/Berlin (APA/Reuters) - Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnt die syrische und russische Regierung vor der Annahme, mit der Einnahme Aleppos einen entscheidenden Sieg zu erringen. „Dieser Konflikt wird nicht zu Ende gehen - unabhängig davon was gegenwärtig in Ost-Aleppo militärisch passiert“, sagte der Minister am Dienstag in Berlin.

Er verwies darauf, dass viele regionale Akteure „in diesen Konflikt investiert“ hätten. In dem 2011 ausgebrochenen Bürgerkrieg verfolgen die Türkei, der Iran sowie Saudi-Arabien unterschiedliche Interessen und unterstützen verschiedene Gruppen. Zudem bekämpft eine US-geführte Koalition islamistische Rebellen aus der Luft, während die russische Luftwaffe die Armee des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad unterstützt. Die Kämpfe konzentrieren sich derzeit auf die Millionen-Stadt Aleppo, wo Rebellen zunehmend in Bedrängnis geraten.

Assad und seine Verbündeten Russland und Iran hätten die Zeit bis zur Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten Donald Trump genutzt, um ihre militärische Lage zu verbessern, sagte Steinmeier. Trump hat angekündigt, eine andere Nahost-Politik als sein Vorgänger Barack Obama einzuschlagen. Noch sei unklar, welche Richtung die USA unter Trump nehmen würden, sagte der Außenminister. Mit Blick auf Aleppo erklärte er weiter, bei den anstehenden Verhandlungen über den Ukraine-Konflikt in Minsk werde er sich bei seinen russischen Gesprächspartnern um ein „Mindestmaß an humanitärer Unterstützung“ bemühen.


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