„Soldaten in Schwaz“ füllen 502 Buchseiten

Für Hans Stock ist Geschichte interessanter als jeder Krimi. Er hat nun seine Dokumentation über die Garnison Schwaz-Vomp überarbeitet.

© Hörhager

Von Peter Hörhager

Schwaz, Vomp –Er war in der Jugend erfolgreicher Rallye-Fahrer, wirkte im Berufsleben als engagierter Berufsschullehrer und -direktor und frönt nach wie vor einer großen Leidenschaft: der Geschichte des Soldatenwesens in unseren Breiten.

Hans Stock ist diesbezüglich weit mehr als ein Lokalchronist. Er hat unzählige Quellen im In- und Ausland gesichtet und eine Sammlung angelegt, die inzwischen (s)ein Museum füllt. Rund 15.000 Exponate militärischen Ursprungs können dort besichtigt werden. Basis für diese Leidenschaft war u. a. sein Heimatort. Das Elternhaus in Fiecht stand in der Nachbarschaft der damaligen Kaserne, in der während des Zweiten Weltkrieges die Deutsche Wehrmacht und anschließend die Besatzungstruppen einquartiert waren. „Ich habe viele Soldaten gekannt und häufig diverse Gegenstände bekommen, die sonst weggeworfen worden wären“, erklärt er die Anfänge seiner Sammlung.

Inzwischen spannt sich der zeitliche Bogen seiner Gegenstände von der Monarchie bis zur aktuellen Bundesheeruniform. In Fiecht steht aber auch ein Gedenkstein, der an den Vater von Hans Stock erinnert. Dieser gehörte dem Wachpersonal im Partisanengefangenenhaus Vigaun (Oberkrain) an. Als dieser ertappt wurde, wie er mit zwei Kameraden Essensabfälle, die den Schweinen vorbehalten waren, Gefangenen überließ, war sein Schicksal besiegelt. Anton Stock wurde zum Tode verurteilt und am 5. April 1944 erschossen.

Im neuen Wagner-Saal im Mathoi-Haus in Schwaz präsentierte Hans Stock nun sein neues Werk, das 502 Seiten und insgesamt 686 Fotos umfasst. „Geschichte ist interessanter als jeder Krimi“, erklärte er den Anwesenden, darunter mit Peter Prasch sowie Heinrich und Martin Kaiser drei ehemalige Kommandanten der Frundsbergkaserne. Letzterer lieferte dem Autor vor allem Stoff der letzten Pionierjahre in der Kaserne, die – so Standortbürgermeister Karl-Josef Schubert bei der Buchpräsentation wörtlich – „hoffentlich bald wieder mit Soldatenleben erfüllt wird“.

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Gerüchte, wonach ein Verkauf der Kaserne drohe, seien laut Schubert haltlos. Trotzdem stellt er klar: „Würde die Kaserne aufgelassen bzw. verkauft, so entfällt der Widmungszweck und das gesamte Areal wird zur ,Freiland – landwirtschaftliche Vorrangfläche‘ rückgewidmet.“

Das Ende der Pioniere in Vomp bildet die Schlusssequenz im Stock-Buch, wobei in jedem Kapitel (das erste beginnt in der Zeit von Kaiser Maximilian I.) Querverbindungen zum Tiroler bzw. Schwazer Raum eingebaut sind. „Ein unverzichtbares Buch für jeden Geschichtsinteressierten“, lobte BM Hans Lintner, dem Stock das erste Buch überreichte.


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