Europas Leitbörsen zu Mittag weiterhin orientierungslos

Frankfurt am Main (APA) - Die wichtigsten Aktienmärkte Europas konnten heute, Dienstag, bis Mittag die Sorgen rund um das italienische Verfa...

Frankfurt am Main (APA) - Die wichtigsten Aktienmärkte Europas konnten heute, Dienstag, bis Mittag die Sorgen rund um das italienische Verfassungsreferendum am Sonntag nicht abschütteln und fanden keine klare Richtung. Der Euro-Stoxx-50 gewann moderate 6,50 Einheiten oder 0,22 Prozent auf 3.023,30 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte um 12.00 Uhr mit 10.581,93 Punkten und minus 0,74 Einheiten oder 0,01 Prozent. Der FTSE-100 der Börse London verlor um 52,90 Zähler oder 0,78 Prozent und steht nun bei 6.746,57 Stellen.

Die europäischen Aktienmärkte präsentierten sich dabei nach den Verlusten zum Wochenstart in enger Bandbreite und ohne klare Richtung. Italiens Verfassungsreferendum prägt dabei weiterhin den Aktienhandel. Einem aktuellen Bericht der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ zufolge könnte der dortige Premierminister Matteo Renzi selbst dann zurücktreten, wenn das Referendum zu seinen Gunsten ausgeht. Dadurch könnte er sich als Premierminister wiederernennen lassen und hätte mehr Zustimmung als bei der momentanen Regierungsmannschaft. Bis zu den Wahlen könnte er dann mehr Verfassungsreformen durchführen, hieß es.

„Bis zum Wochenende werden wir keine wesentliche Neuigkeiten aus Italien erhalten. Daher wüsste ich nicht, was den europäischen Märkten bis dahin eine klare Richtung verleihen sollte. Es herrscht ein gewisse Angst, die wohl auch auf den Euro durchschlagen und ihn abwärts ziehen wird“, erwartet ein Analyst von Societe Generale.

Immerhin präsentierte sich die Mailänder Börse mit einem Plus von 0,98 Prozent. Nachdem der Bankensektor des Landes geplagt von der politischen Ungewissheit zum Wochenbeginn neuerlich Verluste erlitten hatte, stabilisierte sich auch hier die Lage: Die gesamte Bankbranche des Landes rückte im Sektorvergleich rund 2 Prozent vor. Intesa Sanpaolo legten mit 2,30 Prozent am stärksten im Euro-Stoxx-50 zu, nachdem sie am Vortag mit einem Minus von über drei Prozent noch größter Verlierer im Auswahlindex waren.

Auch UniCredit stiegen an der Mailänder Börse um 1,86 Prozent. UniCredit-Chef Jean-Pierre Mustier arbeitet am Aufbau eines Konsortiums aus namhaften Banken, das als Garant für die milliardenschwere Kapitalerhöhung der Bank Austria-Mutter dienen soll. Neun große Banken, darunter Morgan Stanley, JPMorgan und Merrill Lynch, sollen dem Konsortium angehören, berichtete die römische Tageszeitung „Il Messaggero“. Die Kapitalerhöhung wird auf bis zu 13 Milliarden Euro geschätzt.

Neben Italiens Polit- und Bankenkrise rückt auch der Ölmarkt immer stärker in den Blickpunkt der Anleger. Ab dem morgigen Mittwoch beginnt das Treffen der Mitgliedsländer des Ölkartells OPEC, die einmal mehr über etwaige Produktionsgrenzen verhandeln wollen. Zuletzt machte sich verstärkt Pessimismus breit, dass man sich auf solche Beschränkungen einigen kann. Infolge verlor Brent-Öl über 2 Prozent an Wert. BP ermäßigten sich an der Londoner Börse um 1,92 Prozent, Shell um 1,68 Prozent und Total fielen im Euro-Stoxx-50 um 0,67 Prozent.

Europäische Konjunkturdaten rückten wegen des OPEC-Treffens und dem italienischen Referendum in den Hintergrund. So wurde unter anderem bekannt, dass das Wachstum der Konsumentenkredite in Großbritannien sein 11-Jahreshoch erreichte. In Frankreich bestätigte das Statistikinstitut INSEE, dass die französische Wirtschaftsleistung im dritten Quartal um dünne 0,2 Prozent gewachsen war, nach 0,1 Prozent im Vorquartal. Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone ist unterdessen im November zwar auf ihren Höchststand seit Dezember 2015 geklettert, aber dennoch schwächer als erwartet ausgefallen, wie die EU-Kommission mitteilte.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA284 2016-11-29/12:15


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