Wahlkampf-News: Zwei Musiker, ein Alt-LH und eine Demo

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Wien (APA) - SÄNGER I

EAV-Frontmann Klaus Eberhartinger gibt seine Stimme dem von den Grünen unterstützten Bundespräsidentenkandidaten Alexander Van der Bellen. In einem Facebook-Video begründet er, im Winterpulli am Mischpult sitzend, seine Unterstützung: „Er ist für Demokratie, der ist für Toleranz, steht für die Mitte, für Dialog, und er ist ein Präsident, den können wir auch herzeigen, inhaltlich.“ (http://go.apa.at/yRzsfDft) Grünen-Mandatar Matthias Köchl wiederum ließ auf Twitter wissen: „Ich persönlich glaube ja, dass sogar der Haider VdB wählen würde und nicht den Hofer.“

SÄNGER II

Christopher Seiler, eine Hälfte des Duos „Seiler & Speer“ hat sich ebenfalls auf Facebook zu Wort gemeldet, allerdings mit einer Wutrede. Einem Fan von Norbert Hofer, der ihn aufgeforderte hatte, doch eine Wahlempfehlung abzugeben, richtete er in einem Video aus, ein „Volltrottel“ zu sein. Ihm selbst seien beide Kandidaten „wurscht“, er appellierte jedoch, auf jeden Fall zur Urne zu gehen und kritisierte die Polarisierung im Land. Das Wahlgeheimnis hob er hoch und wollte seinen Beitrag nicht als Wahlwerbung verstanden wissen.

WARNUNG

Die wiederholte Erklärung von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer, dass er die Bundesregierung aufgrund ihres Handelns bei der Flüchtlingskrise 2015 entlassen hätte, ließ Franz Schausberger, den früheren ÖVP-Landeshauptmann von Salzburg, aufhorchen. Als Historiker warnt er im „Kurier“ aus demokratiepolitischen Gründen vor den Konsequenzen: „Hofers Überlegungen sind brandgefährlich, wenn er als Bundespräsident eine Regierung trotz parlamentarischer Mehrheit entlassen hätte, wie er sagt, wegen einer Flüchtlingspolitik, die ihm nicht genehm war.“ Damit würde ein Bundespräsident moralische Grenzen „weit überschreiten“, so der Universitätsprofessor für Neuere Österreichische Geschichte.

DISTANZ

Der Verein „Gemeinsam für Van der Bellen“ distanziert sich von der für Samstag geplanten Demonstration gegen Norbert Hofer in Wien. Kundgebungen gegen den Mitbewerber seien „kontraproduktiv“, man habe sich stets für einen respektvollen Umgang und eine sensible Wortwahl eingesetzt, hieß es in einer Aussendung. Eine Demo am Einkaufssamstag könnte zudem wirtschaftlichen Schaden anrichten, gab Vereinsobmann und Van der Bellens Wahlkampfmanager Lothar Lockl zu bedenken. FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache kritisierte ebenfalls in einer Aussendung die geplante „linksextremistische“ Demo in der Innenstadt sowie das „verantwortungslose Agieren der rot-grünen Stadtregierung“.

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ERSALIG

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) gebe zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Wahlempfehlung ab, „und zwar für Prof. Alexander Van der Bellen“, erklärte IKG-Präsident Oskar Deutsch, nachdem auf „Puls4“ behauptet worden sei, dass die IKG Van der Bellen wegen dessen Haltung zum Antisemitismus nicht unterstütze. Deutsch verwies auf die historische Bedeutung dieser Bundespräsidentenwahl und erklärte, der Kultusvorstand habe hierfür am 7. September 2016 die Wahlempfehlung für den Grünen Kandidaten beschlossen. Der IKG-Präsident betonte in seinem Facebook-Beitrag weiters, Van der Bellen sei „nicht das geringere Übel“, sondern der geeignetere Kandidat und seit vielen Jahrzehnten ein Freund der jüdischen Gemeinde und Israels.


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