Migration Hauptsorge bei Treffen von Religionsführern in Brüssel

Brüssel (APA) - Die Migrationskrise und die Integration von Flüchtlingen waren Hauptthema bei einem Treffen von Religionsführern mit der EU-...

Brüssel (APA) - Die Migrationskrise und die Integration von Flüchtlingen waren Hauptthema bei einem Treffen von Religionsführern mit der EU-Kommission in Brüssel. Der Vizepräsident der EU-Kommisson, Frans Timmermans, erklärte am Dienstag, Zuwanderung werde auch in der Zukunft eine Rolle in der Europäischen Union spielen.

Der neue Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in Österreich, Arie Folger, sagte, es könne keine Pflicht zur Aufnahme von Flüchtlingen geben. Er schätze Menschen, die teilen wollten, „manchmal fehlt es am Willen zum Teilen“. Bei der Migration gehe es um „Brüderlichkeit“. Er sei für eine Eingliederung, „aber wir können niemanden wirklich verpflichten. Hier von Pflicht zu sprechen, ist eine falsche Haltung“, meinte er. Anstatt von Pflicht zu reden, „werde ich sie überzeugen müssen“.

Der Bischof von Bayern und Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Stroh, verteidigte die Willkommenskultur für Flüchtlinge in seinem Land. „In meiner Religion ist es nicht möglich zum Gottesdienst zu gehen, Gott zu loben und gleichzeitig den Nachbarn nicht zu sehen“, merkte er „kurz vor Weihnachten“ an. Jedenfalls gebe es in den europäischen Kirchen keine gemeinsame Position in der Flüchtlingsfrage.

Der Direktor der islamischen Gemeinschaft in Pernzberg, Imam Benjamin Idriz, forderte, dass bei der Flüchtlingsfrage Kirchen und Moscheen enger kooperieren und gemeinsame Werte in den Fokus stellen sollten. Christliche Einrichtungen hätten sehr viel für Flüchtlinge getan und sich „vielleicht noch mehr engagiert als die Muslime“. Dies habe er selber erlebt. „Was uns stark macht, sind die gemeinsamen Werte, die Achtung der Freiheit, der Menschenwürde, der Religionsfreiheit. Für einige Muslime ist das vielleicht fremd, aber es ist Aufgabe der Muslime, diese Werte zu vermitteln.“

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