Kärntner Prokurist veruntreute Kundengelder - Prozess vertagt

Klagenfurt (APA) - Ein 39-jähriger Kärntner hat sich am Dienstag vor dem Landesgericht Klagenfurt verantworten müssen. Dem ehemaligen Prokur...

Klagenfurt (APA) - Ein 39-jähriger Kärntner hat sich am Dienstag vor dem Landesgericht Klagenfurt verantworten müssen. Dem ehemaligen Prokuristen werden unter anderem Veruntreuung, schwerer Betrug und Abgabenhinterziehung vorgeworfen, laut Anklage beträgt der Schaden mehr als eine Million Euro. Der Prozess wurde vertagt.

Der größte Brocken der Anklage bezieht sich auf die Veruntreuung. Mehr als 800.000 Euro soll der Angeklagte beiseite geschafft haben: Geld von Kunden, die ein Auto kauften, habe er nicht an die Herstellerfirma weitergeleitet, sondern zur Finanzierung des Autohauses verwendet. Rund 300.000 Euro Schaden seien durch Abgabenhinterziehung entstanden - der Angeklagte hatte Rechnungen nicht ausgestellt und Umsätze nicht erfasst.

Der 39-Jährige bekannte sich vor dem Schöffensenat unter Vorsitz von Richterin Ute Lambauer schuldig - betonte aber, dass er nicht alleinverantwortlich für die Taten sei. „Ich habe mir über die Dinge nicht so viele Gedanken gemacht. Das war mein Fehler. Ich habe mich aber nie selbst bereichert“, sagte der Angeklagte. Die Geschäftsführerin des Autohauses sei zumindest informiert gewesen - diese hatte im Ermittlungsverfahren ausgesagt, dass sie von den Veruntreuungen des Prokuristen nichts gewusst hatte.

Konkret ging es dabei um 20 Neuwagen und 25 gebrauchte Pkw. Die Kunden zahlten an das Autohaus - doch diese Beträge wurden nicht an den Autohersteller fakturiert. „Was war denn mit den Typenscheinen? Sind die nicht auf der Bank geblieben, bis das Geld auch eingelangt ist?“, wollte Lambauer wissen. Wenn man gewisse Autos als Vorführwagen angemeldet hatte, konnte man als Mitarbeiter des Autohauses die Typenscheine kurz abholen und dann wieder zurückbringen, antwortete der Angeklagte. Mehrere Leute hätten keinen Typenschein bekommen, obwohl sie mit dem Auto bereits unterwegs waren - das sei in solchen Fällen aber immer mit den Kunden abgesprochen gewesen, sagte der 39-Jährige: „Die Kunden haben dann zum Beispiel einen besseren Preis bekommen.“

Aufgefallen ist das lange nicht - obwohl die Herstellerfirma das Autohaus des öfteren kontrolliert hatte, ob die Lagerbestände der Autos stimmen. „Wir haben dann einfach angegeben, dass die Autos, die eigentlich verkauft waren, gerade nur unterwegs sind - damit war das dann erledigt“, sagte der Angeklagte. 2013 war das Autohaus schließlich in die Pleite geschlittert, die Überschuldung betrug mehr als zwei Millionen Euro.

Wann der Prozess fortgesetzt wird, stand vorerst noch nicht fest. Am nächsten Prozesstag sollen Zeugen einvernommen werden.


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