„Freeride Kitzbühel“: Pilotprojekt startet im Winter

Lenken statt verbieten will das Land Tirol beim Projekt „Freeride Kitzbühel“.

© Werlberger

Kitzbühel –Auch wenn ans Skifahren abseits der Pisten derzeit nicht zu denken ist: Der Winter kommt bestimmt und damit auch die Saison für die Freerider. Mit dem Projekt „Bergwelt Tirol – Miteinander erleben“ will das Land Tirol die Natursportarten in Bahnen lenken. Das Pilotprojekt „Freeride Kitzbühel“ ist ein Teil davon und wird im heurigen Winter seine Feuertaufe erleben. „Es prallen bei den Natursportarten gegensätzliche Interessen aufeinander“, schildert Projektleiter Dieter Stöhr vom Amt der Tiroler Landesregierung.

Neben Mountainbiken, Wandern und Klettern im Sommer umfasst „Bergwelt Tirol“ auch das Tourengehen im Winter und jetzt auch ganz neu das Freeriden. Seit über 100 Jahren wird in Kitzbühel tiefschneegefahren und seit 40 Jahren gibt es Aufzeichnungen über Probleme. „Das Freeriden erlebt gerade einen starken Zulauf, damit ist auch mit einer Zunahme der Probleme zu rechnen“, sagt Stöhr. Um diese Probleme schon vorher zu beseitigen, wurden alle betroffenen Bereiche an einen Tisch geholt, über die Landwirte, Grundbesitzer, Förster, Jäger, Tourismus und auch die Bergbahn Kitzbühel.

„Im bäuerlichen Bereich gab es dazu sehr differenzierte Diskussionen, aber der gefundene Weg ist für uns akzeptabel“, sagt Josef Heim, Bezirksobmann der Landwirtschaftskammer. Alle Beteiligten unterstrichen, dass es um Information und die Lenkung gehe und nicht um Verbote. Es wurden daher im Bereich Kitzbühel Schutzzonen ausgewiesen und gekennzeichnet. Als Schutzgüter definiert wurden das Raufußhuhn, der Hirsch, der Objektschutzwald, das Gams- und Steinwild und, speziell in Kitzbühel relevant, die bäuerlichen Hofflächen. Mit Videos, Infobroschüren, Infos auf der Homepage der Bergbahn und des TVB werden Gäste und Einheimische auf die Bedeutung aufmerksam gemacht. Denn meist sei es Unwissen, das Bewusstsein für die Natur sei verloren gegangen.

Das Projekt werde nach dem Winter erstmals evaluiert und dann bei Bedarf nachgeschärft. Eine Verpflichtung des Landes, dass andere Skigebiete in Tirol das Projekt übernehmen müssen, wird es nicht geben. Aber wenn ein Skigebiet von sich aus Interesse zeigt, dann komme die Erfahrung aus Kitzbühel zum Tragen. (aha)

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