Regisseur Scorsese präsentiert seinen Film „Schweigen“ dem Papst

Lissabon/Vatikanstadt (APA) - Regisseur Martin Scorsese präsentiert am Mittwoch Papst Franziskus seinen Film „Schweigen“ über den portugiesi...

Lissabon/Vatikanstadt (APA) - Regisseur Martin Scorsese präsentiert am Mittwoch Papst Franziskus seinen Film „Schweigen“ über den portugiesischen Missionspriester Sebastiao Rodrigues und weitere Jesuiten im Japan des 17. Jahrhunderts, berichtet die portugiesische katholische Nachrichtenagentur „Agencia Ecclesia“ laut Kathpress. Der Film basiert auf einem Roman des japanischen Schriftstellers Shusaku Endo (1923-1996).

„Das Thema liegt mir sehr am Herzen“, erklärte der 71-jährige Scorsese Medien gegenüber. Sein Film startet im Februar 2017 in den europäischen Kinos, in Österreich ist er ab 3. März zu sehen.

Scorsese erwähnte vor Journalisten seine Kindheit im Little Italy von New York, „wo ich in einer schwierigen Umgebung lebte, aber in die Kirche ging“. Er sei interessiert an spirituellen Fragen in einer Welt, „die unweigerlich das Schlechteste der menschlichen Natur zum Vorschein bringt“, sagte der Filmemacher.

Der Roman „Schweigen“ handelt von der Christenverfolgung, die das Ende des „christlichen Zeitalters“ in Japan bedeutete. Im Jahr 1638 reisen die portugiesischen Jesuiten Sebastiao Rodrigues (im Film Andrew Garfield) und Francisco Garupe (Adam Driver) nach Japan, um als Priester geheime Missionsarbeit zu leisten. Dort treffen sie den nach Folter vom Glauben abgefallenen Priester und Landsmann Cristovao Ferreira (Liam Neeson). Sie erleben vor dem Hintergrund des Machtverlusts der herrschenden Schogune religiöse Intoleranz und in der Folge das „Schweigen Gottes“ am eigenen Leib. Folterungen, Kreuzigungen und unmenschliche Demütigungen lassen die Hauptfigur Pater Rodrigues oft an seiner Aufgabe verzweifeln.

Das Drehbuch der amerikanisch-belgischen Co-Produktion schrieb Jay Cocks, die Kameraarbeit übernahm wie in Scorseses Streifen „The Wolf of Wall Street“ Rodrigo Prieto. Scorsese vertiefte sich vor der Dreharbeit mehrere Wochen in das Archiv der römischen Jesuiten.

Martin Scorsese verfilmte mit „Die letzte Versuchung Christi“ (1988) bereits einmal eine religiöse Romanvorlage. Der Film rief unter konservativen Christen Proteste hervor. Scorsese wurde ungeachtet dessen 1989 in der Kategorie Bester Regisseur für einen Oscar nominiert.

(Subjects: Film, Kultur/Ausland, Papst, Vatikan)


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