Bauern wollen Lieferservice für ihre Produkte einrichten

Online-Bestellung und Lieferung bis vor die Haustür: Was die großen Supermärkte können, wollen Osttirols Bauern auch auf die Beine stellen.

Bei regionalen Produkten wollen Osttiroler Bauern den Supermärkten Konkurrenz machen.
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Von Catharina Oblasser

Lienz –Immer mehr Supermarktketten bieten es schon an: die Bestellung von Waren übers Internet, die dann zum gewünschten Zeitpunkt nach Hause geliefert werden. Das muss mit Osttiroler Bauernprodukten doch auch machbar sein, meint VP-Landtagsabgeordneter und Bezirksbauernobmann Martin Mayerl. Im Rahmen der jährlichen Bauernkonferenz in Lienz präsentierten Mayerl, LA Hermann Kuenz, der Tiroler Bauernkammerpräsident Josef Hechenberger und LHStv. Josef Geisler ihre Zukunftsvisionen für bäuerliche Familien.

„Es muss möglich sein, Osttiroler Konsumenten, die das wünschen, mit landwirtschaftlichen Produkten aus der Region zu versorgen“, sagt Mayerl. „Und zwar so, wie es auch die Supermärkte anbieten.“ Das Bestellwesen könnte ebenso wie bei anderen Händlern übers Internet ablaufen. „Mit der heutigen modernen Technik ist das alles kein Problem mehr“, meint Mayerl.

Die Vorteile liegen für beide Seiten auf der Hand: Kunden wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. Lange Transportwege entfallen. Und vor allem fällt der kostspielige Zwischenhandel weg. „Wenn Handelsketten ein Produkt in ihr Sortiment aufnehmen, schlagen sie 100 Prozent des Einkaufspreises drauf“, weiß Apfelbauer Hermann Kuenz aus eigener Erfahrung. „Das muss nicht sein.“

Osttirols Bauernvertreter Hermann Kuenz und Martin Mayerl sowie LHStv. Josef Geisler (v. l.) sprachen über die Zukunft am Land.
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Die Abwicklung könnten laut Mayerl über eine bestehende oder noch zu schaffende Genossenschaft laufen. „Wir müssen die Logistik-Kette so spannen, dass möglichst viel Wertschöpfung im Bezirk bleibt“, meint er. Außerdem müsse die Organisation entsprechend groß sein, um gut wirtschaften zu können. Auch LHStv. Geisler ist von dieser Idee angetan. „Digitale Technik ist auch für Bauern nützlich. Ich kenne einen Landwirt, der sein Fleisch über eine Whatsapp-Gruppe verkauft.“

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Hinter den Bemühungen um mehr Einkommen für die Bauern steht die Sorge um die Zukunft der bäuerlichen Familien. „Ein Vollerwerbsbauer weiß oft nicht mehr, wie er seine Rechnungen bezahlen soll“, meint Josef Hechenberger. „Und der Nebenerwerbslandwirt muss sich immer häufiger die Frage stellen, warum er sich diesen Aufwand überhaupt noch antut.“


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