Venier: „Habe mich gefreut wie ein Kleinkind“

Weltcup-Läuferin Stephanie Venier kann das erste Saisonrennen am Freitag in Lake Louise kaum erwarten.

Blickrichtung Abfahrt und Super-G: Stephanie Venier aus Oberperfuss hat das Siegespodest ins Visier genommen.
© gepa

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Bestzeit. Stephanie Venier lächelt. „Das hat es bei mir im Training noch nie gegeben“, schmunzelt die Oberperferin. Was beim Sommertraining des ÖSV-Abfahrtskaders in Chile erstmals klappte, soll im Winter noch öfter passieren, am besten bei den Rennen: „Es fühlte sich jedenfalls gut an, die Schnellste zu sein, echt cool.“

Nicht das Einzige, das für die einzige Tirolerin in Österreichs Damen-Speedteam heuer anders lief. Die 22-Jährige ließ für knapp vier Monate die Ski im Keller, setzte ihre Zollausbildung in Wien fort und feilte lediglich an der Kondition. „Das hat mir gutgetan. Ich fahre immer gern Ski, aber auf den ersten Schneetag habe ich mich gefreut wie ein Kleinkind“, erzählt Venier begeistert. Das Gefühl sei danach sofort wieder da gewesen. Auch ein neues Bewusstsein für das Material: „Letztes Jahr musste ich noch schauen, dass ich skitechnisch alles hinkriege, jetzt weiß ich, worum es geht.“ Die Tirolerin steht auf scharfe Kanten und so hält sie nunmehr Rücksprache mit Ski-Pool-Servicemann Christoph Wolfsberger, der auch Mirjam Puchner betreut. Jene Kollegin, die beim Saisonfinale in St. Moritz die Abfahrt gewann. „Das war Wahnsinn. Wir haben uns alle so gefreut“, beschreibt Venier und hofft auf baldige weitere Gemeinsamkeiten neben Skimarke und Schuhgröße.

Bei 34 Weltcup-Rennen hält Venier, die Super-G-Junioren-Weltmeisterin von 2013. Ihre besten Ergebnisse sind zwei zehnte Plätze. Beide an ihren Lieblingsschauplätzen: einer in Cortina d’Ampezzo (Super-G), der andere in Lake Louise (Abfahrt), wo am Freitag nun auch die Saison für die schnellen Damen eröffnet wird. Samstag folgt eine weitere Abfahrt, am Sonntag ein Super-G. Venier sehnt die Rennen bereits herbei: „Jetzt wird es Zeit. Langsam kommt der Rennmodus.“

Im Vorjahr rasten trotz Schocks über den Ausfall von Anna Veith, die weiterhin fehlt, ihre ÖSV-Kolleginnen Cornelia Hütter, Tamara Tippler und Ramona Siebenhofer gleich zum Auftakt auf das Podest. „Das war echt etwas überraschend. Vielleicht bin ich ja heuer dran, das wäre cool“, hofft Venier.

TT-ePaper testen und eine von drei Gasser Tourenrodeln gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Die TT verlost drei Gasser Tourenrodeln und 50 Thermosflaschen

Tiroler Verstärkung in Kanad­a bekommt sie durch Christina Ager aus dem Kombi-­Team, ihre Einsätze sind aber noch offen. Eine weitere Zukunftsaktie heißt ebenfalls Venier. Bianca, die drei Jahre jüngere Schwester von Steffi, rückte in den Europacup auf. Vielleicht auch bald in den Weltcup? Venier die Ältere: „Wenn sie g’scheit fährt, sicher. Drauf hat es Bianca jedenfalls.“

Ergebnisse 1. Training Weltcup-Abfahrt in Lake Louise

1. Lara Gut (SUI) 1:47,37 Minuten

2. Kajsa Kling (SWE) +0,79 Sekunden

3. Mirjam Puchner (AUT) +1,05

4. Jacqueline Wiles (USA) +1,12

5. Michaela Wenig (GER) +1,31

6. Johanna Schnarf (ITA) +1,40

7. Ilka Stuhec (SLO) +1,48

8. Fabienne Suter (SUI) +1,53

9. Alice McKennis (USA) +1,76

10. Ramona Siebenhofer (AUT) +1,81

11. Elisabeth Görgl (AUT) +1,90

Weiter:

13. Stephanie Venier +2,03

19. Cornelia Hütter +2,38

20. Tamara Tippler +2,53

26. Christina Ager +3,18

30. Christine Scheyer +3,54

32. Nina Ortlieb +3,66

33. Sabrina Maier +3,67

36. Nicole Schmidhofer +3,75

39. Kerstin Nicolussi +4,08 (alle AUT)


Kommentieren


Schlagworte