Fußball: Altach lässt nicht locker - Herbstmeistertitel in Reichweite

Altach (APA) - Altach bleibt die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Bundesliga. Mit dem verdienten 1:0-Heimsieg über die SV Ried stellten ...

Altach (APA) - Altach bleibt die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Bundesliga. Mit dem verdienten 1:0-Heimsieg über die SV Ried stellten die Vorarlberger am Dienstagabend sicher, dass man auch nach der 17. Runde zumindest punktgleich mit dem bisherigen Leader Sturm Graz ist. Für den Außenseiter scheinen trotz überraschendem Trainerwechsel nun selbst Herbstmeisterschaft und Winterkrone in Griffweite.

Interimstrainer Werner Grabherr, der drei Spiele nach dem Abgang von Damir Canadi zu Rapid auf zwei Siege und ein Remis verweisen kann, ist durchaus stolz auf die Tabellenführung, die zumindest bis zum Mittwochabend (Sturm empfing die Admira) Bestand hatte. „Platz eins ist von Mal zu Mal mehr wert, weil es mit jeder Runde schwieriger wird“, erklärte der 31-Jährige, der mit seiner Truppe am Samstag beim Meister in Salzburg gastiert.

36 Punkte hat Altach nach 17 Partien auf dem Konto, und damit nur vier weniger als in der gesamten vergangenen Saison, die man als Achter abschloss. In der sensationellen Aufstiegssaison 2014/15 (Ende 59, Platz 3) hatte man zum selben Zeitpunkt 27 Zähler und damit 9 weniger als aktuell am Konto. Hält der Lauf an, könnte man mit Herbstmeistertitel (nach 18 Runden) und Winterkrone (nach der 20. Runde) neue Meilensteine setzen. Bis Weihnachten warten neben dem Spiel in Salzburg noch zwei Heimduelle mit dem WAC und Rapid. Gegen die Kärntner gab es in der laufenden Saison zwei Siege, gegen Rapid Sieg und Niederlage sowie gegen Salzburg ein Unentschieden.

„Unser Ziel ist es, uns bis zur Winterpause da oben zu platzieren. Es ist eine Momentaufnahme, und wir müssen weiter hart arbeiten“, lautete gegenüber „Sky“ der lapidare Kommentar von Boris Prokopic, dem Torschützen (11.) gegen Ried. Der Mittelfeldmann war am Dienstag eine prägende Figur des Spiels, das Altach fest in der Hand hatte, letztlich aber zu einer Zitterpartie wurde. „Das einzige, das ich der Mannschaft vorwerfen kann, wenn überhaupt, ist es, nicht das zweite Tor gemacht zu haben“, meinte Grabherr.

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Der vormalige Co-Trainer von Canadi setzte zwar auf die gewohnte taktische Ausrichtung, brachte mit Cezar Ortiz, Patrick Salomon, Christian Schilling, Daniel Luxbacher und Dimitri Oberlin aber fünf Neue von Beginn. Der Plan ging auf. „Es war heute wichtig, anderen Spielern eine Chance zu geben, weil wir nur als Mannschaft funktionieren. Sie haben es sich verdient zu spielen, sie haben gezeigt, dass sie es können“, betonte Grabherr.

„Wir haben das Spiel über die gesamte Spielzeit dominiert“, gab Prokopic zu Protokoll, auch er monierte aber die zu wenigen echten Chancen.“Wenn wir das zweite Tor nicht machen, wird es am Schluss wieder enger, das haben wir gewusst“, erklärte der 28-Jährige. Und so wäre Ried in der Nachspielzeit fast noch zum glücklichen Ausgleich gekommen - doch Thomas Fröschl konnte eine Flanke allein vor dem Tor nicht verwerten.

Rieds Coach Christian Benbennek war um klare Worte nicht verlegen. „Es wäre ein Fehler, in der jetzigen Situation alles schönzureden. Wir haben Probleme, es muss sich etwas ändern“ sagte der Deutsche, der nicht zuletzt eine schwache Zweikampfbilanz ins Treffen führte. „Heute sind wir nicht so in die Zweikämpfe gekommen, wie wir es wollten, das war der gravierende Unterschied zwischen den beiden Mannschaften“, meinte der 44-Jährige, dessen Truppe die von ihm geforderte Wiedergutmachung für das Heim-1:2 gegen St. Pölten trotz sichtbaren Bemühens schuldig blieb.

Nach der sechsten Niederlage in den jüngsten sieben Auftritten bleibt das Thema Abstiegskampf bei den „Wikingern“ ein aktuelles. Der Vorsprung auf Schlusslicht Mattersburg betrug vor der Heimparte der Burgenländer gegen Rapid (Mittwoch) sieben Punkte, am Wochenende kommt es in Ried zum direkten Aufeinandertreffen mit den Burgenländern. Benbennek: „Am Samstag können wir mit einem Sieg gegen Mattersburg einen Riesenschritt machen, und dann geht es uns wieder besser.“


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