Die Gesichter hinter der Pflege

Tausende Nominierungen, 18 Preisträger aus ganz Österreich: Zwei Tirolerinnen wurden am Dienstag in Wien für ihr berufliches Engagement als Pflegerin ausgezeichnet.

Eine Herausforderung ist es immer, die ehrenamtliche oder hauptberufliche Fürsorge für Pflegebedürftige.
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Wien –Irgendwann im Leben ist jeder einmal auf Hilfe angewiesen. Ob nach Unfall oder schwerer Krankheit, wegen körperlicher Beeinträchtigungen oder im hohen Alter – Pflegende unterstützen nicht nur im Alltag, sondern können für Betroffene den Unterschied zwischen Hoffnung und Verzweiflung machen.

Um herausragende Leistungen in der Pflege zu würdigen holt der Verein „PflegerIn mit Herz“ seit 2012 jährlich zwei Pfleger pro Bundesland vor den Vorhang, egal, ob diese dieser Tätigkeit hauptberuflich oder freiwillig nachgehen. „Die Pflege in unserem Land hat viele Gesichter“, erklärt Günter Geyer, Präsident und Initiator von PflegerIn mit Herz, „ihnen wollen wir eine Stimme geben. Die Gewinner stehen stellvertretend für alle Menschen, die im Pflegebereich tätig sind und tagtäglich Großartiges leisten. Ihnen allen gebührt höchster Respekt, Anerkennung und Würdigung!“

Auch heuer musste die Fachjury in Wien unter Tausenden nominierten Kranken- und Altenpflegern, 24-Stunden-Betreuern und pflegenden Angehörigen auswählen. Aus Tirol konnten sich die 24-Stunden-Betreuerin Marta Luxová aus Fieberbrunn und Claudia Anna Groß, Gesundheits- und Krankenpflegerin für Kinder- und Jugendliche aus Innsbruck, durchsetzen.

Knapp 8000 Tiroler (Stand: Februar 2016) sind laut Wirtschaftskammer hauptberuflich im Pflegewesen tätig. Doch fast jeder zweite Tiroler ist zumindest indirekt betroffen. 46 Prozent gaben bei einer Umfrage an, schon mit einer länger andauernden Pflegesituation – sei es bei sich selbst oder Bekannten – konfrontiert worden zu sein. Das Risiko, im Alter selbst auf Pflege angewiesen zu sein, schätzten rund 40 Prozent der Tiroler Befragten als „hoch“ beziehungsweise „sehr hoch“ ein. Knapp 80 Prozent möchten im Fall der Pflegebedürftigkeit zu Hause versorgt werden – entweder durch mobile Pflegekräfte (33 Prozent), durch Familienangehörige (32 Prozent) oder durch eine 24-Stunden-Betreuung (14 Prozent). Ein Pflegeheim würden 17 Prozent bevorzugen. Eine klare Meinung zeichnet sich bezüglich der verfügbaren Fachkräfte ab. Nur 16 Prozent der Tiroler glauben, dass es in Österreich genügend Pflegekräfte gibt.

„Es tut gut zu wissen, dass meine Arbeit so geschätzt wird“, freut sich Groß, die von ihrem Lebensgefährten nominiert wurde. „Dieser Beruf ist kein leichter“, meint Luxová, „dafür aber der Schönste, den ich mir vorstellen kann!“ (TT)


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