Ein Wintermärchen in Lillehammer

Der Olympia-Ort von 1994 bildet am Wochenende den Nabel der nordischen Skiwelt. Während Willi Denifl (Kombination) erneut aufs Podest will, hofft Daniela Iraschko-Stolz (Skispringen) auf einen guten Saisonstart.

Auf einen Sprung im Olympia-Ort von 1994: Die ÖSV-Kombinierer Willi Denifl und Lillehammer-Debütant David Pommer freuen sich auf die zweite Weltcupstation.
© ÖSV/Derganc

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck –Während Frau Holle in den Alpen noch kaum ihre Kissen ausgeschüttelt hat, präsentiert sich das norwegische Lillehammer märchenhaft verschneit. Im 27.000-Seelen-Ort kommen Fans des nordischen Skisports voll auf ihre Kosten.

Nordische Kombination: Bereits seit Montag trainieren die ÖSV-Kombinierer mit den Tirolern David Pommer und Willi Denifl in Lillehammer. „Die Loipe, die uns im Birkebeiner-Stadion erwartet, ist mit den zwei langen Anstiegen eine der anspruchsvollsten im Weltcup, da braucht man starke Beine“, sagt ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen. Der Stubaier Denifl, der beim Weltcup-Auftakt in Kuusamo (FIN) als Zweiter überraschte, rechnet sich auch in Norwegen gute Chancen aus. „Mir gefällt es hier sehr gut. Ich freue mich auf den Weltcup und will wieder ganz vorne mitmischen“, sagt der 36-Jährige.

Seine Lillehammer-Premiere feiert der 23-jährige Inzinger David Pommer, der in der internen Qualifikation den Sprung ins Weltcupteam schaffte. Die weiteren ÖSV-Starter: Bernhard Gruber, Mario Seidl, Bernhard Flaschberger (Sbg.), Franz-Josef Rehrl, Lukas Klapfer (Stmk.), Philipp Orter (Ktn.).

Die Skisprung-Damen Chiara Hölzl und Daniela Iraschko-Stolz starten in Norwegen in die Saison.
© Hölzl

Skispringen Damen: Wie ein Sprung ins kalte Wasser wird der Weltcup-Auftakt der Skispringerinnen am Freitag für ÖSV-Hoffnungsträgerin Daniela Iraschko-Stolz. Die Wahl-Tirolerin brachte es in der Saisonvorbereitung gerade einmal auf zehn (!) Sprünge. „Mehr als zwei Sprünge pro Tag hält mein Knie nicht durch“, sagt die 33-Jährige, die sich im Sommer eine Knorpelabsplitterung und einen Seitenbandeinriss im Knie zugezogen hatte. „Wenn mir ein guter Sprung gelingt, bin ich ganz vorne dabei“, hofft die Zweite im Gesamtweltcup 2016 auf einen guten Saisonstart – und darauf, dass die Wertungsrichter bei der Landung ein Auge zudrücken. „Einen Telemark zu setzen, fällt mir bei großen Weiten derzeit schwer.“

Neben der Top-Favoritin Sara Takanashi (JPN) komme die Konkurrenz vor allem aus den eigenen Reihen. „Wir haben als Team einen Schritt nach vorne gemacht und werden ihr Paroli bieten und definitiv ganz vorne mitspringen“, sagt die Wahl-Tirolerin. Das weitere ÖSV-Aufgebot: Chiara Hölzl, Claudia Purker (beide Sbg.), Jaqueline Seifriedsberger, Elisabeth Raudaschl (beide OÖ), Eva Pinkelnig (Vbg.).

Langlauf: Im Vergleich zu den ÖSV-Kombinierern (8) und den Skisprung-Damen (6) nimmt sich das ÖSV-Langlaufteam bescheiden aus: Die 23-jährige Salzburgerin Teresa Stadlober hofft auf Weltcup-Punkte, für Bernhard Tritscher (28) gilt auf der Olympia-Loipe von 1994 das Motto: „Dabei sein ist alles.“

Ski Nordisch

Weltcup in Lillehammer (NOR): Nord. Kombination: Freitag Teambewerb (4 x 5 km), Samstag Einzel (10 km), Sonntag Einzel (10 km). Skispringen Damen: Freitag Einzelspringen (HS 100 m), Samstag Einzelspringen (HS 100 m).


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