Stichwort - Die Gruppe der G-20

Berlin (APA/Reuters) - Deutschland übernimmt am Donnerstag die G-20-Präsidentschaft der führenden Industrie- und Schwellenländer. Die Gruppe...

Berlin (APA/Reuters) - Deutschland übernimmt am Donnerstag die G-20-Präsidentschaft der führenden Industrie- und Schwellenländer. Die Gruppe sucht nach Wegen, global das Wirtschaftswachstum zu stärken und neue Finanzkrisen zu verhindern. Die Deutschen übernehmen den Staffelstab von China - in einer unsicheren Zeit kurz nach der Wahl des Freihandelsgegners Donald Trump zum US-Präsidenten.

Das Motto der deutschen Präsidentschaft lautet „Eine vernetzte Welt gestalten“. Es folgt ein Überblick über Fakten zur G-20.

Was ist die G-20?

Als internationales Forum gibt es die G-20 seit 1999. Damals wurde es im Zuge der Finanzkrise in Asien aus der Taufe gehoben - durch einen Beschluss der G-7-Staaten, die nur die etablierten Industriemächte umfassen. An Bedeutung gewann die G-20-Gruppe seit der weltweiten Finanzkrise von 2008. Um sie zu bewältigen und einen wirtschaftlichen Absturz zu verhindern, reichte der Kreis etablierten Wirtschaftsmächte - unter anderem die USA, Japan, Großbritannien und Deutschland - nicht mehr aus. Auch die wichtigsten Schwellenländer, allen voran China, wurden benötigt.

Der erste G-20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs fand mitten in der Finanzkrise am 15. November 2008 in Washington statt. Es folgten Treffen in London und Pittsburgh. In der US-amerikanischen Stahlstadt wurde die G-20 - nach umfangreichen Beschlüssen zur Finanzmarktregulierung - endgültig zum zentralen Forum der wirtschaftlichen und finanzpolitischen Zusammenarbeit.

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Wer gehört zu G-20?

Die G-20-Gruppe steht für rund 80 Prozent des weltweiten Handels, knapp 90 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und rund zwei Drittel der Weltbevölkerung. Mitglieder sind die G-7-Staaten USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland. Hinzu kommen China, Russland, Mexiko, Brasilien, Argentinien, Saudi-Arabien, die Türkei, Südafrika, Südkorea, Indien, Indonesien und Australien. Als eigenes G-20-Mitglied firmiert die EU. Darüber hinaus werden noch weitere Teilnehmer geladen. Permanenter Gast der G-20-Gipfel ist Spanien.

Was sind die Ziele der G-20?

Die wichtigste politische Zielsetzung der G-20 beim Start der Treffen der Staats- und Regierungschefs war die gemeinsame Bewältigung der Finanzkrise 2008. Es sollten Maßnahmen ergriffen werden, damit eine solche Krise nicht wieder entstehen kann. Zudem soll das internationale Währungssystem krisenresistenter, also stabiler gemacht werden.

In jüngster Zeit gewann dann im finanzpolitischen Bereich das Thema Steuern an Bedeutung mit dem Ziel, legale Schlupflöcher für Konzerne zu schließen sowie Steuerflucht und -betrug durch umfassende gegenseitige Informationen der nationalen Behörden einzudämmen. Deutschland will den Themenstrauß weiter ausweiten. Neben der Klima-, Energie- und Außenpolitik, die auch früher schon eine Rolle spielten, will das Präsidentschaftsland nun intensiv über Hilfen für Afrika, der Kampf gegen Gesundheitsgefahren und die Folgen der Digitalisierung in der G-20 diskutieren lassen.


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