Winter startet in Tirol mit Sonne, Wolken und Wind auf den Bergen

Meteorologisch beginnt der Winter schon am Donnerstag. Während in Ostösterreich ein Sturm aufzieht, bleibt Tirol davon weitgehend verschont.

Das Bild vom leicht angefrorenen Obernbergerseehat uns Sepp Greiderer zugeschickt.
© Sepp Greiderer

Innsbruck – Am 1. Dezember darf nicht nur das erste Türchen vom Adventskalender aufgemacht werden, der Tag markiert auch den meteorologischen Winteranfang. In Tirol zeigt dieser am Donnerstag zwei Gesichter: „Das Oberland ist besser dran als das Unterland: Während es südlich des Inntals überwiegend freundlich ist, tummeln sich im Außerfern und Unterland dichtere Wolken“, sagt Meteorologe Reinhard Prugger von den meteo experts.

Über dem Osten Österreichs zieht in der Nacht auf Donnnerstag schwerer Wind auf. Der Wetterdienst UBIMET sagt Sturmböen von 80 bis 110 Stundenkilometer voraus. „Am stärksten betroffen werden die Regionen östlich von Rax- und Schneeberg sowie das südliche Wiener Becken sein“, sagt UBIMET-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. Bäume können entwurzelt, Dächer abgedeckt werden. Noch heftiger bläst der Wind auf den Bergen, von der Eisenwurzen ostwärts kündigt sich ein Orkan an: Auf der Rax, dem Schneeberg oder auch auf dem Wechsel sind Orkanböen von mehr als 140 km/h möglich.

Stumböen in Tirol nur auf den Bergen

Davon bleibt Tirol zum größten Teil aber verschont: „In exponierten Lagen auf den Bergen bläst der Wind aber auch kräftig“, sagt Prugger für Donnerstag voraus. So seien auf der Zugspitze durchaus Windgeschwindigkeiten von bis zu 60 Stundenkilomtern möglich. „Je weiter östlich, umso schlechter sind die Verhältnisse.“

Was die Temperaturen betrifft, so bleibt es nachts weiter frostig, aber nicht mehr ganz so kalt. Unter den Wolken sinkt das Quecksilber nachts auf -4 bis 0 Grad. Die Höchstwerte liegen tagsüber bei 4 Grad. Im Unterland kann im Laufe des Tages auf den Bergen die eine oder andere Schneeflocke fallen, in den Tälern können es ein paar Regentropfen sein. „Aber wirklich nur ganz vereinzelt“, erklärt der Meteorologe der meteo experts.

Am Freitag ändert sich an den Verhältnissen nicht viel. Im Wetsen Tirols gibt es mehr Auflockerungen, im Unterland Nebel, Hochnebel und dichtere Wolken. Im Laufe des Tages ist der eine oder andere Schneeschauer möglich. Die Schneefallgrenze liegt bei etwa 700 Metern.

Am Wochenende bessert sich das Wetter wieder. Der Wind lässt nach, die Wolken lösen sich auf. „Es wird in ganz Tirol recht schön sein.“

Ein warmer Herbst geht zu Ende

Der am Mittwoch zu Ende gehende meteorologische Herbst war bei durchschnittlichem Sonnenschein und Niederschlag einer der 20 wärmsten der 250-jährigen Messgeschichte. „Berücksichtigt man auch die Prognose für die letzten Novembertage, liegt der Herbst 2016 um 0,8 Grad über dem vieljährigen Mittel“, sagte Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Dienstag.

Der September war demnach deutlich zu warm (plus 2,3 Grad). Der Oktober war dagegen zu kühl: In den Tälern lag die Durchschnittstemperatur 0,4 Grad unter dem Mittel, auf den Bergen betrug die Differenz sogar minus zwei Grad. Der November war dann wieder ein wenig zu warm.

Sonnenschein gab es etwas mehr als in einem durchschnittlichen Herbst. Im Flächenmittel war die Anzahl der Sonnenstunden um fünf Prozent erhöht. Die größten Abweichungen traten mit plus zehn bis 30 Prozent vom Innviertel bis zum westlichen Waldviertel sowie vom nördlichen Weinviertel bis in die Südoststeiermark auf. Zehn bis 25 Prozent weniger Sonnenschein gab es dagegen rund um den Arlberg sowie im Pinzgau und im Pongau.

Die Niederschlagsmenge lag zehn Prozent unter dem vieljährigen Mittel, war laut ZAMG aber noch „relativ durchschnittlich“. Besonders trocken war der September 2016 mit einem Defizit von 35 Prozent. Der Oktober brachte dann einen Niederschlagsüberschuss von 18 Prozent. Im November lag die Niederschlagsmenge in etwa beim Mittelwert. Regional verteilten sich die Niederschläge aber sehr unterschiedlich. Von Vorarlberg bis ins Tiroler Oberland, in Osttirol, in der westlichen Obersteiermark und in Oberkärnten sowie stellenweise im Waldviertel und Südburgenland gab es um 25 bis 55 Prozent weniger Niederschlag. Ein deutlicher Überschuss von 30 bis 60 Prozent wurde vom Mostviertel bis nach Wien verzeichnet. (TT.com, APA)


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