Kardinal: Dialog der Religionen ist nicht wirklich vorangekommen

München (APA/KAP) - Skeptisch über den bisherigen Dialog zwischen den Religionen haben sich die Spitzenvertreter der beiden großen Kirchen i...

München (APA/KAP) - Skeptisch über den bisherigen Dialog zwischen den Religionen haben sich die Spitzenvertreter der beiden großen Kirchen in Deutschland geäußert. „Wir sind weltweit in den vergangenen Jahrzehnten nicht wirklich vorangekommen“, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, am Dienstagabend in Tutzing.

Ob die Religionen im 21. Jahrhundert „Teil der Lösung oder Teil des Problems“ seien, müsse sich erst noch zeigen, sagte Marx unter Hinweis auf Konflikte mit religiöser Komponente.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, sprach von einer verschärften Auseinandersetzung und von Misstrauen bis hin zum Hass, „wo eigentlich Verständigung gefragt wäre“. Deshalb müsse gegenüber Fundamentalisten jeder Art „klare Kante“ gezeigt werden. Zugleich sei zu vermeiden, dass der Islam als ganzer mit fundamentalistischen Gruppen identifiziert werde. Die Kirchen seien gefragt, „Begegnungsräume“ zu schaffen, in denen sich Menschen unterschiedlicher Religionen kennenlernen könnten, meinte der EKD-Ratschef. Kardinal Marx und Bischof Bedford-Strohm äußerten sich bei einer Tagung mit dem Lutherischen Weltbund (LWB) zum Thema „Reform im Katholizismus“.

LWB-Generalsekretär Martin Junge wies bei der Diskussion darauf hin, dass die Kirchen auf Weltebene gerade auch von den Vereinten Nationen angefragt würden, etwa bei der Flüchtlingshilfe. Dabei würden sie nicht nur wegen ihrer Sozialarbeit angesprochen, sondern gezielt als Theologen. Gefragt werde etwa danach, inwiefern Religion positive Effekte für Flüchtlinge und andere Menschen in Not haben könne. In dieser Hinsicht würden die Kirchen oft zu zaghaft auftreten, meinte der deutsch-chilenische Theologe.

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