TT-Forum: Das Zillertal kommt in Bewegung

Beim TT-Forum im Europahaus in Mayrhofen wurde deutlich, dass das Verkehrsproblem im Tal keinen kaltlässt. Bis 2022 will Mayrhofen dazu seine Hausaufgaben gemacht haben. Auch die Zillertalbahn stand im Fokus

© fankhauser

Von Angela Dähling

Mayrhofen –Bis in die Galerie hinauf war der Saal Europa im Europahaus in Mayrhofen am Dienstagabend gefüllt – so groß war das Interesse am TT-Forum mit dem Motto „Verkehrslawine im Zillertal – ein unlösbares Problem?“. TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern standen dazu am Podium LHStv. Ingrid Felipe, die Mayr­hofner Bürgermeisterin Monika Wechselberger, ihr Verkehrsausschuss-Obmann GV Markus Bair, TVB-Vorstand und GR Susanne Kröll sowie Zillertalbahn-Direktor Wolfgang Stöhr Rede und Antwort.

Letzterer bekam aus dem Publikum von den leidenschaftlichen Eisenbahnern ÖBB-PressesprecherRené Zumtobel und Achenseebahn-GF Georg Fuchshuber Schützenhilfe für die Zillertalbahn. „Wir müssen den Zug als modernes Verkehrsmittel mehr ins Bewusstsein der Menschen bringen. Ich hoffe auf Unterstützung seitens der Touristiker. Denn das geht nur gemeinsam“, sagte Zumtobel. LHStv. Felipe stimmte zu, man müsse gemeinsam Angebote schaffen. Es wäre möglich, 10.000 Menschen mehr täglich mit der Zillertalbahn zu befördern, ergänzte Fuchshuber, der einst für die Mayrhofner Bergbahnen die Vision der Gleisverlängerung zu Papier brachte. „Das Bekenntnis zur Bahn fehlt mir im Tal. Man war jahrzehntelang nicht bereit, entsprechende Finanzmittel bereitzustellen, und jetzt fährt sie am Geschehen, nämlich den Seilbahnstationen, vorbei“, kritisierte er. Markus Bair gab ihm Recht. Alle Seilbahner hätten mittlerweile eine zweite Zubringerbahn errichtet, keiner hätte sie zur Zillertalbahn hin verlegt. Bair: „Da sieht man, wir als Politiker müssen hier Entscheidungen treffen.“ In Vierschach seien vom Land Südtirol über 100 Mio. Euro touristische Mittel in den Nahverkehr gesteckt worden, verwies Felipe auf ein „Vom Zug in die Seilbahn“-Vorzeigemodell.

Bair und sein Ausschuss haben vor Kurzem für den Mayr­hofner Bahnhofsbereich eine Verkehrslösung erarbeitet, die auf breite Zustimmung stößt. Sie ließe eine Gleisverlängerung vom Endbahnhof Mayr­hofen bis zur Penkenbahn zu. Der Widerstand dagegen hat inzwischen im Ort nachgelassen. „Es wären dann bis zu 30 % weniger Skibusse nötig. Und für 50 % der Mayrhofner wäre dieser Bahnhof fußläufig erreichbar. Jetzt sind es 20 %“, erklärte Bair. Woran die Gleisverlängerung scheitern könnte? „An den Kosten, denn es gibt keine Kostenschätzung, an den Anrainern oder wasserrechtlich“, antwortete Wolfgang Stöhr. Die Anbindung der Seilbahnen stünde neben der Elektrifizierung, neuen, schnelleren und wesentlich leiseren Fahrzeuggarnituren und neuen Bahnhöfen aber oben auf seiner Agenda.Das Land stehe den Plänen in Mayrhofen generell positiv gegenüber, erklärte Felipe.

Susanne Kröll hob hervor, dass seitens der Zillertalbahn nur eine langjährige Forderung der Touristiker erfüllt werde: Ab diesem Winter kann man mit dem Superskipass gratis die Bahn für Ausflugsfahrten durch das Tal nutzen.

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BM Monika Wechselberger gab zu bedenken, dass auch attraktive Fuß- und Radwege animieren, auf das Auto zu verzichten und die Notwendigkeit vieler Lkw-Fahrten auf der B169 im Hinblick auf mehr Regionalität zu hinterfragen seien. Der Gemeinderat werde sich zudem mit der verkehrsberuhigten Zone bis zur Penkenbahn aufgrund einer Unterschriftenaktion erneut beschäftigen. Aus dem Publikum gab es zudem Fragen rund um den Güterverkehr auf der Schiene, fehlende Parkplätze beim Bahnhof Jenbach (während jene an den Zillertaler Bahnhöfen zu wenig genutzt werden), Freifahrten für Kinder und Probleme, die Rettungsfahrer mit der Stausituation haben.

Bis 2022 – so war man sich am Podium einig – soll die Verkehrslösung in Mayrhofen samt neuem Bahnhof stehen. Klappt das nicht, treffe man sich spätestens 2022 erneut zum TT-Forum, meinte Chefredakteur Mario Zenhäusern.


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