Die Qual der Wahl beginnt

Geplant sind die Innsbrucker Gemeinderatswahl und die Landtagswahl im Frühjahr 2018. In den Parteien wird schon jongliert.

© thomas boehm

Innsbruck –Georg Willi ist schon einmal an zwei Damen gescheitert. 2013, als statt ihm Ingrid Felipe und Christine Baur auf der Regierungsbank im Landesparlament Platz nahmen und er in den Nationalrat abwanderte. 2018 könnte es ihm ähnlich ergehen, und zwar in Innsbruck. Dort sind Sonja Pitscheider und Uschi Schwarzl ein Team. Wieder zwei Frauen, die Willi lieber im fernen Wien sehen. Dabei attestierte eine Umfrage, was parteiintern schon lange diskutiert wird: Willi würde Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer gefährlich werden, Pitscheider sicher nicht. Wird Willi nominiert, könnte es den Grünen gleich ergehen wie der ÖVP bei den letzten Wahlen. Als 2012 die ÖVP in letzter Sekunde Christoph Platzgummer ins Rennen um den Bürgermeister-Sessel sandte, schickte Oppitz-Plörer die ÖVP nach geschlagener Wahl in die Opposition. Das dürfte auch den Stadtgrünen drohen.

Das Damoklesschwert Opposition trifft die Landesgrünen nur, wenn sich die Mehrheit im Landtag rechnerisch nicht mehr mit der ÖVP ausgeht. In den grünen Reihen wird eher darüber spekuliert, wer Christine Baur nachfolgen könnte, wenn die Landesrätin denn überhaupt ans Aufhören denkt.

An die Regierungsbank denken auch andere Parteien. Die SPÖ grübelt, obwohl die neue Parteichefin Elisabeth Blanik nicht im Land, sondern weiter in Lienz regieren will. Die FPÖ lässt keine Gelegenheit aus, die Grünen als unfähigen Koalitionspartner darzustellen. Mit freundlicher Unterstützung des ÖVP-Wirtschaftsflügels und Teilen der schwarzen Bauern. Die Blauen sind im Aufwind. 2013 war ein Minus vor dem Landtagswahlergebnis. Die 9,3 Prozent sind Geschichte. Manche rechnen sogar fast mit einer Verdreifachung des Ergebnisses. Drei ist dann auch die Zahl, die den Blauen auf der Regierungsbank vorschwebt. Man lasse sich sicher nicht mit zwei von acht Landesräten abspeisen, wenn der Unterschied zwischen ÖVP und FPÖ gering ausfalle.

In Tirol ist der Abstand zwischen erster und zweiter Partei im Vergleich zu anderen Bundesländern stets groß gewesen. Dementsprechend sahen sich sechs schwarze Landesräte zwei roten oder jetzt zwei grünen gegenüber. So gesehen wäre die FPÖ für die ÖVP ein teurer Koalitionspartner. (aheu)


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