Böller-Prozess in Graz 2 - Strenge Kontrollen beim Saaleingang

Graz (APA) - Nachdem sich im Gericht die Aufregung um den missglückten Anschlag auf den Hauptangeklagten gelegt hatte, konnte der Prozess ge...

Graz (APA) - Nachdem sich im Gericht die Aufregung um den missglückten Anschlag auf den Hauptangeklagten gelegt hatte, konnte der Prozess gegen 11.00 Uhr doch noch planmäßig beginnen. Ein Zeuge, der mit Feuerwerkskörpern aller Art handelte, gab an, er habe beim Erstbeschuldigten nie etwas gekauft: „Er war mir als Bastler bekannt“, erklärte er seine Vorbehalte.

Beim Eintritt in den Verhandlungssaal wurden alle Personen strengstens kontrolliert, nicht einmal Handyladekabel oder Pinzetten durften mitgenommen werden. Der Raum selbst wurde von Sprengstoffexperten durchsucht, erst dann wurde der Prozess tatsächlich begonnen. Zunächst wollte einer der Beschuldigten eine Aussage machen. Was den Mann so erboste, war, dass der Hauptangeklagte Knallkörper billiger verkaufte, als er das Material dafür bei ihm bezogen hatte. „Ich hätte ihn sofort angezeigt, wenn ich das gewusste hätte“, wiederholte er mehrmals. Richterin Barbara Schwarz versuchte ihm zu erklären, dass es hier nicht um die Verkaufspraxen des 33-Jährigen gehe, sondern um illegale Produktion.

Ein anderer Zeuge, der sich erst nach einiger Zeit daran erinnerte, dass er sein angeblich stillgelegtes Pyrofachgeschäft kurz vor Jahresende doch wieder habe aufleben lassen, hatte vom 33-Jährigen Ware angeboten bekommen. Er kaufte aber nichts: „Er war mir als Bastler bekannt“, schilderte der Zeuge. Er verwehrte sich auch dagegen, dass er zu „Probeschießen“ geladen habe. „Das war eine Hausmesse, und wir haben nur Attrappen gehabt“, beschrieb er. „Wozu“, fragte die Richterin. „Um zu zeigen, wie gefährlich diese Sachen sind“, lautete die Antwort.

Die Ausführungen des Sprengstoffexperten wurden für den Nachmittag erwartet. Da einige Zeugen krank sind, kündigte die Richterin bereits am Mittwoch eine Verschiebung des für Donnerstag geplanten Urteils an.

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