Die Zuversicht eilt Baumann voraus

Romed Baumann blieb vergangenen Winter weitestgehend hinter seinen Möglichkeiten. Traut der 30-Jährige seinem Bauchgefühl, dann wendet sich heuer vieles zum Besseren.

Romed Baumann hinterließ in den internen Zeitläufen einen starken Eindruck. Was dies international heißt, wird sich in Val d’Isère weisen.
© gepa/pranter

Von Max Ischia

Innsbruck, Val d’Isère – Kein Zwicken. Kein Zwacken. Kein Zaudern. Kein Zögern. Romed Baumann spricht geradezu schwärmerisch von einer optimalen Vorbereitung und starken Trainingsleistungen. „Ich bin echt zuversichtlich“, sagt er. Ähnliches sagte Tirols Paradegasgeber freilich auch im Vorjahr, um dann einen kapitalen Fehlstart hinzulegen. Die Ränge 19 und 12 in Lake Louise bzw. 34 und 20 und eine Nicht-Qualifikation für den zweiten Riesentorlauf-Durchgang in Beaver Creek standen im krassen Widerspruch zu seiner Erwartungshaltung.

Man könnte es als gutes Omen werten, dass in diesem Jahr der Speed-Auftakt in Lake Louise dem Schneemangel zum Opfer gefallen ist und das Renn-Triple von Beaver Creek kurzerhand nach Val d’Isère verlegt wurde. Baumann ist dieser Umstand wurscht, er nimmt es vielmehr mit bekannter Gelassenheit hin: „Ich wäre gerne in Übersee gefahren, aber so passt’s auch. Man muss es eh nehmen, wie es kommt.“

Heute kommt erst einmal das erste Training für die erste Saisonabfahrt am Samstag in Val d’Isère. Am Freitag steigt bereits ein Super-G, ehe am Sonntag ein Riesentorlauf (ohne Baumann) den rennmäßigen Dreierpack in den französischen Alpen beschließt.

Endstation Jakobskreuz auf der Buchensteinwand – wie die meisten seiner Kollegen fährt Baumann im Sommer aufs Trial ab.
© gepa

Einer wie Baumann, der in seiner elfjährigen Weltcup-Karriere bislang zwei Super-Kombinationen gewonnen hat und in der Abfahrt viermal Zweiter geworden war, muss nicht extra nach seinen Zielen gefragt werden. „Natürlich möchte ich gewinnen.“

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In den internen Zeitläufen sei er jedenfalls stets vorne dabei gewesen. „Und zwar bei allen Bedingungen“, wie der 30-Jährige betont. Was das freilich im internationalen Vergleich bedeutet, wird sich spätestens am Freitag zeigen.

Wenn sich Baumann für den anstehenden Winter etwas wünscht, dann ist es eine gewisse Lockerheit. Mit der war’s nach dem Katastrophenstart 2015 rasch vorbei und der Rest des Winters ein Spießrutenlauf durch mehr Höhen als Tiefen. Wobei: „Der Grundspeed hätte die meiste Zeit gepasst, aber ich habe halt fast immer einen Fehler eingebaut.“ Der ständige Kampf, der mitunter in einen Krampf ausartete, erlebte während des Kitzbühel-Wochenendes seinen negativen Höhepunkt, als sich gleich vier Teamkollegen schwer verletzten. „Ich bin im Starthaus gestanden und habe auf der Leinwand gesehen, wie der Streitl in der Traverse die Ski abschnallt. So etwas steckst du nicht so einfach weg.“ Schnee von gestern. Heute ist Zuversicht angesagt.

1. Abfahrts-Training in Val d‘Isere

1. Kjetil Jansrud (NOR) 2:02,60 Minuten

2. Peter Fill (ITA) 0,35 Sekunden zurück

3. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) +0,40

4. Mattia Casse (ITA) 0,52

5. Blaise Giezendanner (FRA) 0,55

6. Matthias Mayer (AUT)

0,64

7. Vincent Kriechmayr (AUT)

0,75

8. Erik Guay (CAN) 0,79

9. Andreas Sander (GER) 0,87

10. Travis Ganong (USA) 0,88.

Weiter:

13. Aksel Lund Svindal (NOR) 0,98 - 16. Patrick Schweiger 1,51 - 20. Daniel Dankmaier 1,74 - 26. Christian Walder 1,91 - 28. Otmar Striedinger 1,96 - 31. Romed Baumann 2,08 - 34. Klaus Kröll 2,25 - 35. Joachim Puchner 2,34 - 46. Max Franz 2,85 - 55. Georg Streitberger 3,18 - 61. Frederic Berthold 3,34 - 63. Hannes Reichelt 3,45 - 75. Marcel Hirscher (alle AUT) 6,57


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