Kritik an Auftragsvergabe bei Seefelder Pistenraupen

Seefeld hat sechs Pistengeräte in Deutschland bestellt, ärgert man sich bei Leitner in Telfs. Die Rechtmäßigkeit der Vergabe wird in Frage gestellt.

Der TVB Seefeld hat Pistengeräte eines deutschen Herstellers angekauft, Prinoth in Telfs schaut mit ihren Raupen (Foto) durch die Finger.
© Prinoth

Von Denise Daum

Seefeld, Telfs –An der vom Tourismusverband Seefeld inszenierten Irrfahrt einer Pistenraupe wurde viel Kritik geübt: von österreichischen und deutschen Medien, von der Tirol Werbung und der Wirtschaftskammer. Unmut hinterlässt diese Aktion auch in Telfs beim Pistengeräteerzeuger Prinoth, Teil der Unternehmensgruppe Leitner. Nicht nur, dass die Pistenraupe, die durch ganz Deutschland geschickt wurde und in unzähligen Medien mehrfach abgebildet war, von einer deutschen Konkurrenzfirma kommt, der TVB hat auch alle sechs Loipenfahrzeuge für die nächsten drei Jahre beim Hersteller in Deutschland angekauft. Und das, obwohl das Angebot aus Telfs preislich günstiger gewesen sein soll.

Bei Prinoth wird die Rechtmäßigkeit der Auftragsvergabe in Frage gestellt. Werner Amort, Geschäftsführer von Prinoth, bestätigt auf TT-Nachfrage, dass Zweifel darüber bestehen, ob die vergaberechtlichen Vorschriften für öffentliche Körperschaften eingehalten wurden. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Wahl nicht auf uns gefallen ist“, erklärt Amort. Darüber hinaus verweist er auf die geografische Nähe und darauf, dass das Telfer Unternehmen im vergangenen Jahr 60.000 Euro Tourismusabgabe bezahlt habe. „Wir stehen zum Standort Telfs mit fast 300 Mitarbeitern, das zeigen auch unsere Investitionen in die Erweiterung des Unternehmens“, betont Amort. Gegen die Vergabe behalte man sich aber weitere Schritte vor.

Auch der Telfer Bürgermeister Christian Härting versteht nicht, „warum der TVB den auswärtigen und nicht den einheimischen Erzeuger gewählt hat“. Immerhin gehört der Telfer Ortsteil Mösern zum TVB Olympiaregion, auch die Loipen verlaufen großteils über Telfer Gemeindegebiet.

TVB-Seefeld-Geschäftsführer Elias Walser erklärt, dass „wir das beste Angebot ausgewählt haben“. Auf Nachfrage, ob das beste auch das günstigste sei, sagt Walser: „Es ist das beste Gesamtpaket. Das beinhaltet Wartung, Ersatzteile, die Schulung der Mitarbeiter und auch den Kaufpreis.“ Ob die Vergabe rechtmäßig war, könne er als Nicht-Jurist nicht beurteilen.


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