Glühweinstandln haben alle genormte Tassen im Schrank

Neue Verordnung für neue Glühweintassen: Tiroler Märkte sind gerüstet.

Sarah nahm am Innsbrucker Christkindlmarkt gestern die Häferl unter die Lupe: Und die erfüllten alle gesetzlichen Vorgaben.
© Kristen Images

Von Marco Witting

Innsbruck –Für die meisten ist eigentlich nur wichtig, was drinnen ist. Für das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen ist auch wichtig, wie viel Glühwein im Häferl Platz hat und ob die Tasse vom Christkindlmarkt auch ja den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Die Schankgefäß­verordnung, auch so etwas gibt’s, regelt dies auf gesetzlicher Basis. Und spätestens seit 31. Oktober normt auch die EU hier munter mit. Doch Herbert Renner, Sprecher des Bundesamts, baut Kritik an Überregulierung gleich vor: „Die Verordnung stammt eigentlich aus dem Jahr 2004. Sie trat mit 2006 in Kraft und wurde jetzt im November nach einer zehnjährigen Übergangsfrist schlagend.“ In der Praxis heißt das, neue Häferl, generell Gläser in der Gastronomie, müssen einen Eichstrich, also eine Markierung über den Mengeninhalt, sowie jetzt auch eine Herstellerkennzeichnung und eine so genannte CE-Zertifizierung (sie bestätigt die Behörde, die das geprüft hat) haben. „Alte Häferl, die vorher ausgeliefert oder angeschafft wurden, sind natürlich trotzdem noch gültig“, erklärt Renner.

Beruhigung für die Christkindlmärkte, auf denen das Eichamt aber auch in Tirol Kontrollen durchführt. „Stichprobenartig“, wie Renner erklärt. Es habe aber in der Vergangenheit hier keinerlei Beanstandungen gegeben. Der verpflichtende Eichstrich soll für die Kunden als Sicherheit und Service dienen, damit man eben auch weiß, wieviel man Glühwein und Punsch für sein Geld erhält.

Relativ entspannt sieht die Angelegenheit Robert Neuner, Geschäftsführer vom Christkindlmarkt in der Altstadt. „Wir haben dafür alle Vorkehrungen getroffen und waren mit dem Lieferanten diesbezüglich heuer in Kontakt.“ Altbestände gebe es in der Altstadt sowieso kaum, die Tassen werden alle neu bestellt und es bleiben kaum noch welche übrig. „Nur wenn jemand eine Tasse aus den Vorjahren zurückbringt, taucht ab und zu noch eine auf“, sagt er. Die meisten der älteren Häferl dienen aber als Erinnerung bei Touristen.

Auf den kleineren Christkindlmärkten musste man sich erst schlaumachen ob der Verordnung. In Imst war man in Kontakt mit einem Händler und erfüllt so wie in Schwaz zumindest den Eichstrich. Manfred Berkmann vom Schwazer Stadtmarketing konnte nach kurzer Überprüfung zufrieden feststellen, dass die geforderten Vorgaben bereits erfüllt werden. Die Angabe der Maßeinheit verstehe er und sie sei „sinnvoll“, die anderen Vorgaben fürs Häferl sieht er als „reines Schikanieren“ gegenüber den Betreibern.


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