Russland und Moldau suchen Lösung in Handelskonflikt - Zeitung

Chisinau (APA/dpa) - Im Handelsstreit zwischen Russland und der früheren Sowjetrepublik Moldau stehen die Zeichen auf Annäherung. Die Regier...

Chisinau (APA/dpa) - Im Handelsstreit zwischen Russland und der früheren Sowjetrepublik Moldau stehen die Zeichen auf Annäherung. Die Regierungen hätten einen Aktionsplan vereinbart, um russische Handelsbeschränkungen gegen den landwirtschaftlich geprägten Staat aufzuheben, berichtete die russische Zeitung „Kommersant“ (Mittwoch).

Der russische Vizeregierungschef Dmitri Rogosin betonte aber nach einem Treffen mit seinem moldauischen Kollegen Octavian Kalmyk, zentrale Fragen zu Zollgebühren müssten noch geklärt werden.

Die Regierung in Moldau, Nachbarstaat der Ukraine und Rumäniens, strebt eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union an. Der im November gewählte moskaufreundliche Präsident Igor Dodon will indes eine Zusammenarbeit mit Russland. 2014 hatte Chisinau eine Partnerschaft und Freihandel mit Brüssel vereinbart. Moskau fürchtet, dass günstige europäische Waren auf dem russischen Markt der heimischen Produktion Konkurrenz machen könnten.

„Kommersant“ zufolge arbeiten Russland und Moldau an einer Lösung, die dem Land Handel mit Russland und der EU ermöglichen soll. Zudem könnte Russland sein Embargo gegen Agrarprodukte aus dem früheren „Garten der Sowjetunion“ aufheben. Seit 2013 ist etwa die Einfuhr von Wein aus Moldau nach Russland verboten. Beobachter vermuten, dass dies bei einem in den kommenden Wochen erwarteten Besuch des gewählten Präsidenten Dodon in Moskau zur Sprache kommen könnte.

Moskau unterstützt die von der Republik Moldau abtrünnige Region Transnistrien wirtschaftlich, politisch und militärisch. Das 3.500 Quadratkilometer große Gebiet mit 550.000 Einwohnern, das unter Josef Stalin der Sowjetrepublik Moldawien angegliedert wurde, beansprucht beim Zerfall der Sowjetunion 1991 die Unabhängigkeit. Nach einem kurzen kriegerischen Konflikt mit rund 700 Toten wurden in Transnistrien russische Truppen stationiert, die gemäß internationalen Vereinbarungen eigentlich zurückgezogen werden sollten. Die meisten Menschen in Transnistrien sind russischsprachig, während ansonsten in der Republik Moldau Rumänisch vorherrscht.


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