Steven Mnuchin - Künftiger US-Finanzminister ohne Polit-Erfahrung

Washington (APA/Reuters) - Mit dem Steven Mnuchin als Finanzminister zieht ein klein wenig Hollywood-Flair in die künftige Regierung des des...

Washington (APA/Reuters) - Mit dem Steven Mnuchin als Finanzminister zieht ein klein wenig Hollywood-Flair in die künftige Regierung des designierten US-Präsidenten Donald Trump ein.

Der 1963 geborene frühere Goldman-Sachs-Manager Mnuchin hatte Anfang der 2000er-Jahre die Filmproduktionsfirma Dune Capital gegründet, die unter anderem weltweite Action-Blockbuster wie „X-Men“, „Avatar“, „Gravity“ und „Mad Max: Fury Road“ mitfinanziert hat. In Trumps Wahlkampf war der künftige Oberaufseher der Wall-Street-Banken und Herr über einen Haushalt von über einer Billion Dollar für die Kassa und die Spendenrequirierung verantwortlich.

Mit Trump ist er auch privat seit über 15 Jahren verbunden. Über eigene Erfahrung in der Politik verfügt er - wie auch sein Chef - bisher nicht.

Allerdings darf Mnuchin als Wall-Street-Veteran gelten: 17 Jahre lang arbeitete er für die Investmentbank Goldman Sachs, bevor er diese 2002 verließ, um ins Filmgeschäft einzusteigen. Für den Finanzministerposten waren auch andere hochrangige Namen im Gespräch, darunter der Chef der Großbank JPMorgan Chase, Jamie Dimon, und der Vorsitzende des wichtigen Finanzausschusses im US-Repräsentantenhaus, Jeb Hensarling.

Mnuchin ist der erste US-Finanzminister mit umfangreicher Wall-Street-Erfahrung seit seinem früheren Goldman-Sachs-Boss Henry Paulson, der das Land unter Präsident George W. Bush durch die Turbulenzen der schweren Finanzkrise 2008/09 steuerte. Der derzeitige Amtsinhaber Jack Lew hat zwar zwei Jahre bei der Citigroup gearbeitet, die meiste Zeit seiner Karriere aber im Regierungsapparat oder in der akademischen Welt verbracht.

Unerwartete Karrieresprünge scheinen den Mnuchins im Blut zu liegen. Steven Mnuchin ist der Sohn des früheren Goldman-Sachs-Partners Robert E. Mnuchin, der nach seiner Karriere als Banker auf Kunsthändler und Gallerist umsattelte.

Frühere Kollegen sagen, Steven Mnuchin habe bei Goldman Sachs hart daran gearbeitet, aus dem Schatten seines Vaters hervorzutreten. Nach seiner Goldman-Zeit tat er sich mit anderen Investoren zusammen und kaufte Hypothekenpapiere des Immobilienfinanzierers IndyMac auf, die in der Krise drastisch an Wert verloren hatten. Diese Anlagen brachte er in die neu gegründete OneWest Bank ein, die sich mit einer Bilanz von 23 Milliarden Dollar bald zur größten Bank Südkaliforniens entwickelte. OneWest wurde 2015 für 3,4 Milliarden Dollar an den New Yorker Finanzdienstleister CIT Group verkauft.

OneWest stand im Fokus der Öffentlichkeit, weil der Bank vorgeworfen wurde, säumige Immobilienbesitzer vorschnell aus ihren Häusern zu drängen. 2011 gab es Demonstrationen vor Mnuchins 25-Millionen-Dollar-Anwesen in der Nobelgegend Bel Air in Los Angeles, berichtete die „Los Angeles Times“ damals. Bis heute gibt es Beschwerden gegen OneWest. Mnuchin muss als Finanzminister vom US-Senat bestätigt werden - führende Demokraten haben bereits kritische Fragen angekündigt.

Steve Mnuchin hat Filme nicht nur finanziert, er hat zumindest auch eine kleine Schauspielkarriere gemacht. In dem kürzlich in den US-Kinos angelaufenen Drama „Rules Don‘t Apply“ (Regeln spielen keine Rolle) von und mit Warren Beatty hat er einen kleinen Auftritt. In dem Film geht es um den legendären US-Regisseur Howard Hughes und die Liebesaffäre zweier seiner Angestellten. Mnuchin spielt darin sich selbst: einen Banker.


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