Böller-Prozess 3 - Sachverständiger: Gemisch war „sehr zündfreudig“

Graz (APA) - Der Sprengstoffsachverständige John Josef Eberhardt hat am Mittwochnachmittag die tödliche Explosion in Kapfenstein aus seiner ...

Graz (APA) - Der Sprengstoffsachverständige John Josef Eberhardt hat am Mittwochnachmittag die tödliche Explosion in Kapfenstein aus seiner Sicht beleuchtet. Die „improvisierte Serienproduktion“ hat seinen Angaben nach „jede sicherheitstechnische Grundlage“ überschritten. Die Detonation war so gewaltig, dass Körperteile der beiden getöteten Männer bis zu 40 Meter weit geschleudert wurden.

Zwei Tote, mehrere eingestürzte Gebäude - das war das Ergebnis der aus dem Ruder gelaufenen „improvisierten Serienproduktion“ auf einem Bauernhof in dem oststeirischen Ort. Der Gutachter schilderte, man habe nach dem Unglück eine Art Fertigungsstraße entdeckt, auf der die Metallknallsätze, sogenannte „Blitzknaller“, hergestellt wurden.

Hauptbestandteile waren Aluminiumpulver und Kaliumperchlorat, was an sich schon ein „sehr zündfreudiges“ Gemisch ergebe, so Eberhardt. Offenbar wurde auch Schwefel beigemischt, was die Knallkörper noch empfindlicher macht und die Zündungsfreudigkeit erhöht. „Bereits 50 Gramm dieser Mischung ist bei freier Schüttung detonativ“, führte der Sachverständige aus. Das bedeutet, ein kleines Häufchen dieser Mischung kann bereits beim Ausschütten auf einem Tisch explodieren.

Gemischt wurden die Chemikalien in einem Art Maischefass, und zwar immer fünf Kilogramm auf einmal. „Das überschreitet jede sicherheitstechnische Grundlage. Sogar bei ferngesteuerter Produktion darf ein Kilogramm nicht überschritten werden“, erklärte Eberhardt.

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Der Prozess wurde vertagt. Da einige Zeugen erkrankt sind, konnte noch kein neuer Termin festgesetzt werden.


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