Polizei verhinderte nach Brand in Mädcheninternat Proteste in Ankara

Ankara (APA/AFP) - Nach dem tödlichen Brand in einem türkischen Mädcheninternat hat die Polizei eine Protestkundgebung in der Hauptstadt Ank...

Ankara (APA/AFP) - Nach dem tödlichen Brand in einem türkischen Mädcheninternat hat die Polizei eine Protestkundgebung in der Hauptstadt Ankara gewaltsam aufgelöst. Sie ging am Mittwoch mit Tränengas gegen etwa 150 Demonstranten vor, die versuchten, zum Bildungsministerium vorzudringen. Mehrere Teilnehmer wurden nach Angaben eines AFP-Fotografen festgenommen.

Zu der Kundgebung aufgerufen hatten mehrere Lehrer-Gewerkschaften und Frauenrechtsbewegungen. Bei dem Brand am Dienstagabend in den Schlafsälen des sunnitischen Privatinternats in der südtürkischen Provinz Adana waren zehn Schülerinnen und eine Betreuerin sowie die vierjährige Tochter des Internatsleiters ums Leben gekommen. Ersten Ermittlungen zufolge wurden ihre Leichen in der Nähe des Notausgangs im obersten Stockwerk gefunden - offenbar konnten sie die Türe nicht öffnen. Acht Verdächtige wurden am Mittwoch wegen „fahrlässiger Tötung“ festgenommen.

Die kurdische Opposition warf den Behörden Nachlässigkeit vor. Das Internat wird nach Informationen der Lehrergewerkschaft Egitim-Is von der einflussreichen sunnitischen Süleymanci-Bewegung betrieben. Angehörige der jungen Opfer berichteten den Medien, sie hätten ihre Kinder in der Privatschule eingeschrieben, da das einzige staatliche Internat in der Gegend wegen umfangreicher Renovierungen geschlossen war. Laut Vize-Regierungschef Veysi Kaynak war das Internat erst im Juni von Vertretern des Bildungsministeriums kontrolliert worden.

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