Türkei fordert 30 Mal lebenslange Haft für Kurdenpolitiker

Istanbul (APA/dpa) - Mehr als neun Monate nach einem tödlichen Terroranschlag in Ankara hat die Staatsanwaltschaft 30 Mal lebenslänglich für...

Istanbul (APA/dpa) - Mehr als neun Monate nach einem tödlichen Terroranschlag in Ankara hat die Staatsanwaltschaft 30 Mal lebenslänglich für den Kurdenpolitiker Saleh Muslim gefordert. Dem Chef der syrischen Kurdenpartei PYD und 67 weiteren Angeklagten werde vorsätzlicher Mord und Vergehen gegen die Staatssicherheit vorgeworfen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch.

Unter den Angeklagten seien auch führende Vertreter der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, wie Cemil Bayik und Murat Karayilan. Zu dem Selbstmordanschlag im Februar mit 37 Toten in der Hauptstadt Ankara hatte sich die TAK - eine Splittergruppe der PKK - bekannt. Ziel waren demnach Sicherheitskräfte, die meisten der Opfer waren jedoch Zivilisten. Laut Anadolu wurde in der Anklageschrift auch festgehalten, dass es eine Terrororganisation namens TAK nicht gebe, sondern die PKK voll verantwortlich sei.

Am Dienstag vergangener Woche hatten die türkischen Behörden im Zusammenhang mit dem Anschlag die Festnahme unter anderem von Muslim, Bayik und Karayilan angeordnet. Muslim hielt sich zuletzt in Europa auf. Die PYD gilt mit ihrem militärischen Arm, den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG), als syrischer Ableger der PKK.


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