Links oder rechts vom Inn mit der Bahn nach Bayern?

Die Korridorplanung für die Brenner-Zulaufstrecke wurde präsentiert. Schon regt sich erster Widerstand in Tiroler Gemeinden.

(Symbolbild)
© Google

Von Michael Mader

Ebbs, Kufstein –Am nördlichen Zulauf des Brennerbasistunnels zwischen Innsbruck und München arbeiten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und die Deutsche Bahn (DB) intensiv zusammen. Während die so genannte Unterinntalbahn im Bereich zwischen Baumkirchen und Kundl seit 2012 in Betrieb ist, findet laut Peter Hofer von den ÖBB bereits die Umweltverträglichkeitserhebung für die fixierte Trasse von Kundl bis Schaftenau statt. Derzeit beschäftigt man sich u. a. in einem gemeinsamen Planungsraum, zu dem fünf österreichische und acht bayerische Gemeinden gehören, mit einem Korridorplan.

Die Korridorbereiche haben auch für die Bahnen überraschend das Verständnis des Projektraumes erweitert. Bisher ist man davon ausgegangen, dass die Verknüpfung einer Neubaustrecke mit der Bestandstrecke südlich von Rosenheim gefunden werden kann. Bei näherer Betrachtung hat sich gezeigt, dass es im Bereich Raubling/Flintsbach verschiedene Verknüpfungsmöglichkeiten gibt.

Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sind hier schon einen Schritt weiter, obwohl die verschiedenen Trassenvarianten erst Ende 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt werden dürften. Langkampfens Bürgermeister Andreas Ehrenstrasser jedenfalls informierte seine Bürger kürzlich darüber, „dass man nicht unter den Seen nach Kiefersfelden fahren will, sondern die Bahn unter Kufstein durchgeht und in Ebbs wieder herauskommt“. Dafür müsste aber mindestens einmal der Inn gequert werden.

Sowohl Peter Hofer als auch sein Kollege Torsten Gruber von der DB versichern im Gespräch mit der TT, dass es derzeit nur um Korridore gehe, die anhand von Untersuchungen erstellt wurden und die teilweise mehrere hundert Meter breit seien. Ergeben habe sich dabei lediglich, dass man eher nicht direkt unter dem Hechtsee durchfahren wird können. Alles andere sei noch völlig offen.

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Stellt sich die Frage, ob die neue Trasse rechts oder links vom Inn nach Bayern führen wird? Für den Ebbser Bürgermeister Josef Ritzer kommt beides nicht in Frage und er wähnt sich auch der Unterstützung seiner Kollegen der Inntalfurche in Tirol und Bayern sicher: „Wenn, dann muss man etwas Gescheites machen und überhaupt auf der westlichen Seite des Hechtsees nach Deutschland durch den Berg fahren. Das ist sicher nicht die billigste Variante“, spricht Ritzer einen kilometerlangen Tunnel an.


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