UN warnen vor Zunahme ethnisch motivierter Verbrechen im Südsudan

Juba (APA/dpa) - Nach Einschätzung der Vereinten Nationen hat die Zahl gezielter Verbrechen an einzelnen Volksgruppen im Bürgerkriegsland Sü...

Juba (APA/dpa) - Nach Einschätzung der Vereinten Nationen hat die Zahl gezielter Verbrechen an einzelnen Volksgruppen im Bürgerkriegsland Südsudan deutlich zugenommen. In einigen Gebieten des Landes sei dies mittlerweile an der Tagesordnung, sagte die Leiterin einer UN-Menschenrechtskommission, Yasmin Sooka, am Mittwoch. Das dreiköpfige Team war für zehn Tage durch das zerrüttete Land gereist.

Die systematischen Maßnahmen reichten von Massenvergewaltigungen und dem Aushungern Gefangener bis hin zum Niederbrennen ganzer Dörfer, sagte Sooka. Die Einwohner seien bereit, für ihr Land Blut zu vergießen. „Viele sagten uns, dass es bereits kein Zurück mehr gebe.“

Der UN-Sonderbeauftragte für das Verhindern von Völkermorden, Adama Dieng, hatte jüngst ein umfassendes Waffenembargo gegen den Südsudan gefordert. Bei einem Besuch habe er ein „Klima, reif für das Begehen von Massenverbrechen“ erlebt.

Im erst seit 2011 unabhängigen Land war im Dezember 2013 der lange schwelende Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem damaligen Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Seitdem wurden bei Kämpfen und ethnisch motivierten Massakern Zehntausende Menschen getötet und rund drei Millionen aus ihren Häusern vertrieben. Unter internationalem Druck vereinbarten die Rivalen schließlich eine Regierung der nationalen Einheit, die jedoch im Juli nach nur wenigen Tagen zerbrach.

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~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA521 2016-11-30/17:58


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