Opposition in Gambia fordert autokratischen Präsidenten geeint heraus

Banjul (APA/dpa) - Nach über 20 Jahren an der Macht in Gambia muss der autokratisch regierende Staatschef Yahya Jammeh bei der Präsidentenwa...

Banjul (APA/dpa) - Nach über 20 Jahren an der Macht in Gambia muss der autokratisch regierende Staatschef Yahya Jammeh bei der Präsidentenwahl am Donnerstag erstmals die Opposition fürchten. Der von sieben Oppositionsparteien unterstützte Kandidat Adama Barrow will den Machthaber des westafrikanischen Landes ablösen. Er will die Demokratie stärken und die Wirtschaft des westafrikanischen Staats wieder ankurbeln.

Der Wahlkampf war Menschenrechtlern zufolge geprägt von Drohungen gegenüber der Opposition und von Dutzenden politisch motivierten Festnahmen. Neben Barrow kandidiert auch noch ein weiterer Oppositionskandidat, Mama Kandeh. Eine Wahlbeobachter-Mission der EU wurde nicht zugelassen. Rund 900.000 der knapp zwei Millionen Gambier sind wahlberechtigt. Ergebnisse werden am Freitag erwartet.

Der 51-jährige Staatschef Jammeh regiert Gambia seit einem Militärputsch 1994 mit harter Hand. Er sorgte international immer wieder für Kopfschütteln, etwa mit seiner Behauptung, Aids durch Handauflegen heilen zu können. 2015 erklärte er Gambia überraschend zu einer Islamischen Republik. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sind mehr als 90 Prozent der Gambier Muslime. Die frühere britische Kolonie gehört UN-Daten zufolge zu den ärmsten Staaten der Erde. Gambia ist bis auf einen Küstenstreifen vom Senegal umschlossen.


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