Gästesuche erfolgreicher als Mitarbeitersuche

Nur der Bezirk Schwaz verzeichnete im abgelaufenen Jahr mehr Nächtigungen. Die Personalsituation ist in allen Regionen schwierig.

Keine Zimmermädchen: Touristikern macht die Personalsuche Kopfzerbrechen.
© Keystone

Von Matthias Reichle

Landeck – „ Ganze Hotels können nur zum Teil aufsperren, weil die Zimmermädchen fehlen“, ärgert sich Tourimussprecher Alexander von der Thannen über eine Entwicklung, die es nicht erst seit gestern gibt. Es ist nämlich kein Einzelfall. „Das Personal ist ein großes Problem“, betont auch der Geschäftsführer des Tourismusverbands Serfaus -Fiss-Ladis, Josef Schirgi. „Wir haben Gäste, aber keine Mitarbeiter.“ Von den Tourismusverbänden werde inzwischen eher gefordert, für Arbeitskräfte zu sorgen, als für Gäste. Es ist ein Thema, das zu Beginn der Wintersaison alle Tourismusregionen quält. Köche und Kellner zu finden sei schwierig.

Der Personalmangel treffe die Hoteliers aber nicht nur in den eigenen Betrieben, sondern bereits in der Zwischensaison. Denn auch die Baubranche hadere mit der Mitarbeitersuche, erklärt von der Thannen. Er forderte bei der Präsentation der aktuellen Tourismuszahlen in der Wirtschaftskammer Landeck „politische Unterstützung“ ein.

Längst hat das Rennen um den Gast wieder begonnen. Das Kaunertal und Ischgl sind bereits in Pole-Position, St. Anton gibt ab heute Gas, das Sonnenplateau Serfaus-Fiss-Ladis folgt eine Woche später. „Der November-Schnee war gut, jetzt haben alle wieder etwas Bauchweh“, betonte von der Thannen angesichts des wechselhaften meteorologischen Winterstarts. Er erinnerte an das letzte Jahr, als der Schnee erst Mitte Jänner kam. „Es gibt Nachwehen, weil die Leute mit den Buchungen abwarten.“ Auch wenn die Skigebiete jetzt planmäßig aufsperren können.

Trotzdem ist man mit der Buchungslage durchaus zufrieden. Genauso zufrieden ist man mit dem abgelaufenen Tourismusjahr. Der Sommer war der beste seit Beginn der Aufzeichnungen. „Es gab 2,5 Millionen Nächtigungen, 195.000 mehr als im Jahr davor“, berichtete der WK-Geschäftsstellenleiter Otmar Ladner. Im Mai/ Juni mit minus 5,2 Prozent gestartet, holte man im Juli (plus 10,8 Prozent) und August (plus 10,7 Prozent) wieder auf – und freute sich im Oktober auf 24,4 Prozent Zuwachs. Im Tourismusjahr 2016/17 machten insgesamt 1,8 Millionen Gäste im Bezirk Urlaub, sie produzierten 8,6 Millionen Nächtigungen, ein Plus von 4,3 Prozent. Nur Schwaz (9,4 Mio. Nächtigungen) liegt in der Tirol-Wertung noch vor Landeck.

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Große Wachstumsmöglichkeiten sehen die Regionen vor allem im Sommer. „Das Angebot bei der Sommercard spielte beim positiven Ergebnis am Arlberg mit“, glaubt TVB-Geschäftsführer Martin Ebster. Dort will man künftig stärker in Bikes und E-Bikes investieren und das Verwall als Erlebnistal ausbauen.

Aufs Rad setzt man auch in Nauders. Mit dem 3-Länder-Enduro-Trail verzeichnete man allein auf Nauderer Seite 15.000 Fahrten mit den Bergbahnen, betont TVB-Geschäftsführer Manuel Baldauf. Weitere Projekte stehen an. Künftig soll auch die Fendler Schlucht durch einen Wildbachtrail erschlossen werden.

Im Tourismusverband TirolWest richtet man für diese Wintersaison einen Shuttle ein, der Gäste in die großen Skigebiete bringt, berichtet TVB-Obmann Konrad Geiger. Im Kaunertal ist man mit dem heurigen Saisonstart sehr zufrieden. Der Gletscher schloss den Oktober mit einem Plus von 30 Prozent ab, wie Michaela Gasser, Geschäftsführerin TVB Tiroler Oberland/Kaunertal betont.


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