Zehn Stimmen waren für ein „blaues Wunder“ zu wenig

Die Bürgermeisterliste FI stimmte gegen 10.000-€-Zuschuss für das Ö3-Weihnachtswunder in Innsbruck. Und erntete jede Menge Kopfschütteln.

© Ö3/Martin Krachler

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Im Vergleich zu den Millionen, über die nur wenige Stunden später im Doppelbudget ausführlich diskutiert und beraten wurde, waren jene 10.000 Euro, um die der Innsbrucker Gemeinderat am Donnerstagvormittag stritt, geradezu mickrig. Und doch liefen fast alle Fraktionen heiß.

Um diesen Zuschussbetrag hatte der Innenstadtverein unter Obmann Thomas Hudovernik angesucht, um damit die Aktion „Weihnachtswunder“ des Radiosenders Ö3 zu unterstützen. Wie berichtet, findet diese Livesendung vor der Annasäule vom 19. bis 24. Dezember nonstop statt. Der Erlös dort eingenommener Spenden kommt Licht ins Dunkel zugute. Der Produktionskostenzuschuss, den der Innenstadtverein aufzubringen hat, beträgt in Summe 70.000 Euro. Der Stadtsenat hat der Grundüberlassung für den Event zugestimmt.

Eine öffentliche Subvention für den Staatsfunk kam für BM Christine Oppitz-Plörer und ihre FI-Liste aber dann nicht in Frage: „Ich bin nicht gegen diese Veranstaltung, aber gegen die Zahlungsflüsse, die damit verbunden sind.“ Wenn, dann solle die Stadt direkt an Licht ins Dunkel spenden. Dieser Argumentation schloss sich auch GR Elfriede Moser an.

FP-GR Winfried Vescoli musste sich ob dieser Argumentation schon wundern und verwies auf ungleich höhere Subventionen für den „Air+Style“-Contest. Auch für den Song Contest hätte viel Geld fließen sollen. SP-Klubchef Arno Grünbacher hielt Oppitz-Plörer vor, die Sache nicht konsequent zu Ende gedacht zu haben. Denn demnach dürfe die Stadt auch nicht die Weihnachtsbeleuchtung teilfinanzieren. Heuer fallen hierfür 60.000 Euro an. Grüne und ÖVP rechneten den Werbewert vor und erinnerten daran, dass es sich um keine Sozial-, sondern eine Wirtschaftsförderung handle. „Innsbruck kommt fünf Tage im Radio vor“, warb Thomas Carli (Grüne), VP-Mandatar Lorenz Jahn hielt der FI-Liste vor, dass die Standortstädte in den Vorjahren Zuschüsse geleistet hätten.

Letztlich blieb dem Weihnachtswunder ein „blaues Wunder“ erspart – mit 30:10 Stimmen ging der Antrag durch.


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