„Mit Strich und Farbe“: Tschirtner und Hauser in der Galerie Gugging

Maria Gugging (APA) - Die Werke von Johann Hauser (1926-1996) und Oswald Tschirtner (1920-2007) zählen zu den Klassikern der Art Brut. In de...

Maria Gugging (APA) - Die Werke von Johann Hauser (1926-1996) und Oswald Tschirtner (1920-2007) zählen zu den Klassikern der Art Brut. In der am Mittwochabend eröffneten Ausstellung „oswald tschirtner & johann hauser...mit strich und farbe“ stellt die Galerie Gugging in Maria Gugging (Klosterneuburg) Arbeiten der beiden sehr unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten einander gegenüber.

Die Vernissage „oswald tschirtner & johann hauser...mit strich und farbe“ war zugleich als eine Art Geburtstagsfest für Johann Hauser gedacht, der am 30. November 90 Jahre alt geworden wäre. Ihm ist auch die Ausstellung „johann hauser...der künstler bin ich!“ im Museum Gugging gewidmet (noch bis 8. Jänner 2017). Geboren in Bratislava, 1943 nach Österreich zwangsumgesiedelt, lebte Hauser seit 1949 in der NÖ Landesnervenklinik, wo er von Primar Leo Navratil zu Zeichnungen ermutigt wurde, die schließlich internationale Beachtung fanden. Neben den für ihn typischen Motiven Stern, Schlange, Herz und Mond entwickelte Hauser in seinen letzten Lebensjahren eine auffallend kräftige Farbgebung. Die vierzackigen Sterne wurden zum Symbol des Hauses der Künstler in Gugging, wo er gemeinsam mit Oswald Tschirtner seit den 80er-Jahren wohnte.

Auch Tschirtner war von Navratil zum Zeichnen animiert worden. Er lebte seit 1954 in Gugging, wo er - ganz anders als Hauser, mit dem er jahrzehntelang befreundet war - eher zurückgezogen und ruhebedürftig im eigens gegründeten Haus der Künstler arbeitete. Seine mittels Feder und Tusche angefertigten Kopffüßler - einfache, geschlechtslose Figuren in klarer, sparsamer Linienführung - wurden zum weltbekannten Markenzeichen, sei es auf postkartengroßen oder haushohen Formaten. Bei großen Leinwänden verwendete er Edding-Stifte. Sein letztes Werk wirkt geradezu untypisch: ein blaues Herz.

Galerie-Leiterin Nina Katschnig wies auf die verschiedenen Wesenszüge der beiden Künstler hin: Der eine der ruhige Meister der einzelnen dünnen Linie, der andere der Emotionale, der das Papier mit knalligen Farben füllte. Doch „Gegensätze ziehen sich an“ - das Sprichwort bestätigt sich offenbar auch in diesem Fall. Die ausgestellten Werke sind verkäuflich, die Preisspanne bewegt sich von 3.550 Euro für kleinformatige Tschirtner-Arbeiten bis 113.000 Euro für Hausers Bild „Blauer Fisch“. In der Galerie sind zudem zahlreiche Arbeiten weiterer Art-Brut-Künstler - darunter August Walla, Karl Vondal, Heinrich Reisenbauer, Arnold Schmidt, Franz Kernbeis, Helmut Hladisch, Leonhard Fink und Leopold Strobl - erhältlich.

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(S E R V I C E - Galerie Gugging, 3400 Maria Gugging, Am Campus 2: „oswald tschirtner & johann hauser...mit strich und farbe“, bis 8. Februar 2017, Montag bis Freitag 10.00 bis 18.00 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Tel. 0676 / 841 181 200. Information: www.gugging.org)


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